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Märkte: Italien meldet Exportsteigerungen

Ital08(Februar 2008) In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 hat die italienische Steinindustrie gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar einen leichten Rückgang beim Volumen der Exporte (-5,3 %) verzeichnet. Umgekehrt konnte sie jedoch gleichzeitig beim Wert einen leichten Anstieg (+2,7 %) erreichen. Das bringt die IMM Carrara in ihrer aktuellen Statistik zu der Analyse, dass „Qualität aus Italien ein Gewinner ist“, will heißen: die Zukunft liegt laut Branchenorganisation in der Endfertigung hochwertiger Produkte.

Insgesamt hat Italien im vergangenen Jahr von Januar bis September 3,5 Millionen Tonnen an Marmor und Granit im Wert von 1,425 Milliarden Euro ans Ausland geliefert. Spitzenreiter waren Marmor, Travertin und Porphyr, während es bei Graniten „nicht so gesund aussah“, wie es in einer Pressemitteilung heißt, für die die IMM-Statistiker die Zahlen des staatlichen Istituto Nazionale di Statistica (Istat) ausgewertet haben.

Um die Bedeutung von Marmor und Granit unmittelbar gegenüberstellen zu können, haben die IMM-Statistiker die Zahlen für beide Sorten auf der Basis des Rohmaterials verglichen: Danach wurden mit Marmor 720 Millionen Euro erwirtschaftet, mit Granit nur 608 Millionen Euro.

Marmor-Endprodukte machten mit 786.000 Tonnen (+6,9 %) im Wert von 584 Millionen Euro (+7,69 %) den wichtigsten Teil der Natursteinausfuhren aus und verzeichneten die deutlichsten Steigerungen. Gegenläufig wirkte auf die Gesamtdaten der Rückgang zum einen bei Granit und zum anderen bei geshreddertem Material und ähnlichen Billigprodukten. Die Zahlen für Granit: Rohblöcke/Unmaßplatten nach Wert -3,32 % (nach Volumen +6,9 %), Endprodukte nach Wert -2,68 % (nach Volumen -3,99 %).

Wie schon in den Vorjahren waren die Länder der EU die wichtigsten Abnehmer. Hier gab es einen leichten Anstieg nach Wert, nach Volumen hingegen einen leichten Rückgang. Was die USA angeht, wo die Italiener mit Brasilien, China und der Türkei die großen Lieferanten sind, schreibt die IMM nur, die Exporte seien „klar negativ“ gewesen, mit Marmor-Endprodukten als einziger Ausnahme.

Für den Mittelmeerraum gab es einen Anstieg. Ebenfalls steigende Exporte verzeichneten die Italiener nach Afrika sowie Mittel- und Südamerika, wenn auch in geringerem Ausmaß als in der unmittelbaren Nachbarschaft. Für den Mittleren Osten verzeichneten sie nur bei den Endprodukten Steigerungen, in Fernost hingegen auch bei Rohmaterial. Die Pressemitteilung stellt hier wiederum Marmor heraus.

Dass der Euro global so stark ist, wird von der IMM Carrara zwar vermerkt, jedoch nicht beklagt. Man setze auf die Qualität der Produkte, heißt es lediglich zu dieser Erschwernis im Exportgeschäft. Andere Länder wie Brasilien, gegenüber deren Währung der Dollar ebenfalls eingeknickt ist, hingegen werden nicht müde zu jammern.

Umgekehrt „half“ der teure Euro den Importen nach Italien, wie die IMM konstatiert. Die Einfuhren beliefen sich auf 2,48 Millionen Tonnen (+6,53 %). Das entsprach knapp 470 Millionen Euro. Dass die Importe beim Rohmaterial stärker stiegen als bei Endprodukten, zeigt auch, dass die Italiener es geschafft haben, Teile der Verarbeitung im Inland zu halten. Lieferanten waren hier vor allem China und Indien.