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Architektur: Flusssteine für die Bibliothek

Kolumb1(Mai 2008) Steine aus einem nahen Fluss sind wesentliches Baumaterial bei einer Bibliothek in Kolumbien, die mit einem Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Gestapelt wurden die Brocken in Drahtkörben, so genannten Gabionen. Die Architekten Miguel Torres, German Ramirez, Alejandro Pinol und Carlos Meza sind alle unter 27 Jahren alt und diplomierten an der Universität Javeriana in Bogotá, wie der deutsche Baunetz-Newsletter und der spanischsprachige Noticias Arquitetura mitteilen.

Ziel der Bauweise waren vor allem niedrige Kosten. Deshalb wurden hauptsächlich Materialien aus der Gegend, also Holz und Flusskiesel verwendet. Dass mit Gabionen nur eine eingeschränkte Formensprache möglich ist – auch als bloße Rechtecke geraten die Drahtgitter leicht aus der Form -, störte die jungen Architekten dabei nicht. Sie wollten das ganze Gebäude in der Ortschaft Villanueva-Casanare gezielt in einfach halten, um so die Menschen aus der Gegend zum Besuch der Bibliothek anzulocken.

Erfunden wurden die Gabionen vermutlich um 1890 irgendwo in Italien. Ihr Name geht auf das italienische Wort für Korb zurück, „gabbia“. Verwendet wurden sie zunächst für Befestigungen von Flussufern. Später fanden sie Verwendung für Hangabstützungen oder Lärmschutzwände entlang vieler Bahnlinien oder Autobahnen. Anders als eine kahle Betonwand bieten sie Lebensräume für Pflanze und Tier.

Inzwischen werden sie mehr und mehr auch bei den Architekten beliebt. Berühmt wurde die Dominus Winery in Kalifornien der Architekten Herzog und Meuron.