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Architektur: über 80 m Spannweite in Stein

Stand der Bauarbeiten im Mai 2008.(Juli 2008) Sagenhafte 85,30 m ist der Innendurchmesser der riesigen Halle und sie besteht ganz aus Naturstein! In Indien unweit von Bombay entsteht das monumentale Bauwerk mit dem Namen „Global Pagoda“, das weltweit alle Superlative schlägt: Seine Wölbung ist doppelt so weit gespannt wie die der bisher größten Naturstein-Kuppel, jener mit knapp 38 m Spannweite auf dem Gol-Gumbaz-Mausoleum in Bijapur, ebenfalls in Indien. Auch den Petersdom in Rom mit einem Kuppeldurchmesser von 42,34 m und ebenso das Pantheon (43,20 m) übertrifft sie um das Doppelte. Wobei zur Peterskuppel anzumerken ist, dass sie nicht aus Stein, sondern aus Ziegeln gemauert ist.

Als zentraler Meditationsort einer buddhistischen Glaubensrichtung soll die „Gobal Pagoda“ genutzt werden, wenn sie zum Ende 2008 fertig gestellt sein wird. Vereinfacht ausgedrückt, entspricht ihre Form einer extrem in die Breite gedehnten Glocke, die auf dem Boden steht und deren Spitze nadelartig bis in 96 m Höhe ausgezogen ist.

Ursprünglich sollte Stahlbeton das Baumaterial sein. Dann jedoch entschieden die Initiatoren sich für Naturstein, wie es in einer Projektbeschreibung heißt: „Ziel war, ein Bauwerk zu errichten, das mehr als 1000 Jahre steht.“

Die Lösung für solch ein riesiges Gewölbe kam von dem einem indischen Architekten, der auf die uralte Bauweise ineinander verzahnter Einzelsteine zurückgriff. Hier hält das Eigengewicht die Brocken an ihrem Platz, allerdings müssen dafür die Lagen sehr sorgfältig bearbeitet und versetzt werden.

Viel Handarbeit mit Hammer und Meißel war nötig, um den Brocken die exakte Form zu geben. Daneben kam mit CNC-gesteuerten Sägen auch modernste Technik zum Einsatz. Die einzelnen Steine wiegen zwischen 600 und 700 kg. Der Schlussstein bringt rund 4 t auf die Waage.

Die monumentale Halle bietet Platz für rund 8000 Personen zur Meditation. Das Bauwerk ahmt ein kleineres Vorbild aus Myanmar (Birma) nach. Damit soll daran erinnert werden, dass die Glaubensrichtung, während sie im Heimatland Indien beinahe verschwand, bei den Nachbarn lebendig blieb.

Weitere zu der Anlage zählende Gebäude, unter anderem vier kleinere Pagoden, beherbergen eine Bibliothek, Medienangebote und eine Ausstellung über das Leben des Buddha. Das Dach der Pagode wird nach Fertigstellung mit goldener Farbe gestrichen.

Global Vipassana Foundation

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Stand der Bauarbeiten im Mai 2008. Fotos: Global Vipassana Foundation