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Architektur: viel zu tun für Steinmetze

In alter Pracht: die Frauenkirche in Dresden 2005.(Oktober 2008) Viel Arbeit wird es für Steinmetze in den kommenden Jahren in Deutschland geben. Denn vielerorts will man alte Gebäude, die im 2. Weltkrieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut wurden, originalgetreu wieder herstellen. Heftig wird derzeit noch zwischen Befürwortern und Gegnern gestritten, ob etwa Fassaden im alten Stil nicht nur eine Art Potemkinscher Architektur sind. Letztendlich aber geht der Trend eindeutig zugunsten des Wiederaufbaus, weil viele Privatleute bereit sind, sich mit Spenden an den Kosten zu beteiligen.

Herausragendes Beispiel der letzten Jahre war die Frauenkirche in Dresden, die während der kommunistischen Herrschaft in Ostdeutschland nur ein Trümmerhaufen mitten in der Stadt war. Von 1994 an entstand sie über elf Jahre mit Spenden aus der ganzen Welt wieder in alter Pracht.

Unter den bereits beschlossenen aktuellen Projekten stehen an herausragender Stelle die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam. Bei beiden sollen nur die originalgetreuen Fassaden vor ein modernes Gebäude vorgehängt werden. Da sie aber mit reichlichem Figurenschmuck versehen waren und auch der Originalstein verwendet werden soll, wird über etliche Jahre viel Arbeit auf Steinmetzfirmen zukommen.

Zahlreiche weitere Vorhaben befinden sich schon in Planung (Übersicht über Rekonstruktionsideen und –projekte).

Einsatz von CNC-Maschinen

Eine neue Methode für das Wiedererstellen historischer Figuren in Stein hat der Berliner Steinmetz und Bildhauer Kai Dräger entwickelt: Nach seinem Verfahren bearbeitet eine CNC-Maschine die Skulptur bis zu einem Rohzustand, an dem der Steinmetz nur noch die Feinarbeiten ausführt. Durch diese Arbeitsteilung von Mensch und Maschine lässt sich einerseits ein perfektes Abbild eines historischen Originals herstellen, wie es nur der Handwerker ausführen kann, und lassen sich dennoch die Kosten niedrig halten.

Das alte Berliner Stadtschloss im Modell.