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Architektur: Kristalle auf dem Boden

Einige der Kristalle.(November 2008) Preisfrage: Sie sollen für den Innenhof im Gebäude einer mineralogischen Sammlung den Bodenbelag gestalten. Welche Ideen haben Sie?

Barbara Hammer, Landschaftsarchitektin aus Berlin, hat sich eine ungewöhnliche Lösung einfallen lassen: im Innenhof des Schlosses im sächsischen Bergbauort Freiberg, wo kürzlich die weltgrößte mineralogische Sammlung „Terra Mineralia“ eröffnet wurde, hat sie in den Boden vieleckige Granitplatten eingelegt, die bei näherem Hinschauen sieben unterschiedliche Kristallstrukturen eben von Mineralien zeigen.

Die eigentliche Herausforderung bestand darin, den flachen Vielecken den Anschein von Dreidimensionalität zu geben, denn Kristalle sind räumliche Gebilde. Das hat Birgit Hammer mit einem Steinmetz-Trick geschafft: Die Platten sind optisch in unterschiedliche Einzelstücke geteilt, deren Oberflächen geflammt, gestockt, fein gestockt oder scharriert sind, was sie in der Draufsicht räumlich hervorhebt und wie die Seiten eines Kristalls erscheinen lässt.

Insgesamt wurden in dem Boden des Schlosshofes 243 Kristalle eingelegt. Im Schnitt hat jede Platte einen Durchmesser von rund 2 m und eine Fläche von 4,5 m². Die Dicke beträgt 12 cm. Eingelegt sind die Platten aus chinesischem Granit in einen Gussasphalt, der mit Natursteinsplitt abgestreut wurde.

Ursprünglich war geplant, in jeden Kristall den Namen und zusätzliche Informationen einzufräsen. Das wurde vom Bauherrn gestrichen, um die Kosten zu senken.

Büro Birgit Hammer

Terra Mineralia