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Miszellen

xMiscellen(Dezember 2008) Die gelblichen Verfärbungen, die am Carrara-Marmor der neuen Oper von Oslo aufgetaucht sind, sieht der norwegische Geologie-Professor Tom Anderson als Indiz für fortschreitende Schäden am Stein. Sie zeigten an, dass sich die mechanische Stabilität des Marmors verändere, so dass in ein paar Jahren der Stein ersetzt werden müsse, so der Wissenschaftler (norwegisch). Heftigen Streit hatte es im Vorfeld um die Verwendung der noblen Sorte aus dem warmen Norditalien für das skandinavische Bauprojekt gegeben. Schließlich waren zuvor aus Finnland Fälle bekannt geworden, wo Carrara-Marmor dem Klima nicht standgehalten hatte. Ungereimtheiten bei der Auswahl der Baustoffe hatte im Sommer 2008 ein Sachverständiger beklagt.

Auch Minerale haben eine Evolution durchgemacht, das behaupten US-Wissenschaftler in der Fachzeitschrift American Mineralogist (Volume 93, pages 1693–1720, 2008). Damit meinen die Forscher jedoch nicht, dass Minerale sich durch Mutation oder durch Vermehrung verändern würden. Vielmehr gebe es bei ihnen die Tendenz zur Bildung neuer Sorten – vorausgesetzt, dass die Umweltbedingungen dafür günstig sind. Zehn Evolutionsstufen haben die Forscher identifiziert, die in Zeiträumen von Millionen Jahren ablaufen. Eine davon war das Auftreten von Vulkanismus und, soweit vorhanden, von Wasser. Es löste zuvor unbekannte chemische und physikalische Prozesse aus und ließ neue Mineralien entstehen. Unter den Planeten hätten neben der Erde nur Venus und Mars diese Stufe erreicht. Eine andere Stufe war das Freiwerden von Sauerstoff in der Atmosphäre. Es unterzog die Mineralien der Oxidation, deren Ergebnisse wiederum Pflanzen und Mikroorganismen etwa zu Tonerde weiterverarbeiteten.

Sagenhafte 365 Jahre alt wurde in diesem Jahr der französische Hersteller von Werkzeugen für die Steinbearbeitung, Guillet S.A. Der Anfang der Firma mit Sitz im Örtchen Villebois zwischen Lyon und Genf liegt im Jahr 1643 als Schmiede, die schon damals für die Steinmetze arbeitete. Aus Anlass des Jahrestages hat man in die Vollen gegriffen, schließlich hat Villebois hier Tradition: Auf dem Firmengelände wurde ein monumentaler Monolith aus lokalem Naturstein aufgestellt, der gut 10 x 3 x 1 m misst und 86 t wiegt; unmittelbar vor dem Firmengebäude wurde eine Säule mit Querauflage aufgestellt, die in 7,50 m Höhe den Firmennamen in Buchstaben von 60 cm Höhe trägt. 1889 war in dem Örtchen mit heute knapp 1000 Einwohnern zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution eine Gedenkstätte errichtet worden, bei der an zentraler Stelle eine Pyramide aus einem Stück von 9 m Höhe und 42 t Gewicht steht.