www.stone-ideas.com

Märkte: Sattes Wachstum für die Branche weltweit

„Stone 2008“(Dezember 2008) Wir wollen nicht gleich lospoltern und kritisieren. Ob aber die Idee wirklich leserfreundlich ist, dass diesmal die Tabellen in dem Werk „Stone 2008“ nur auf CD verfügbar sind und statt wie bisher üblich als Buch veröffentlicht wurden, scheint uns zumindest zweifelhaft. Denn wer kann am Bildschirm den Kästchen einer Tabelle folgen, ohne den Finger dazuzunehmen? Oder: wie soll man am Bildschirm eine Tabelle im Querformat lesen? Wir vermuten: Der Wirtschaftsverlag Il Sol 24 Ore Business Media, der den bisherigen Verlag von „Stone 2008“, Faenza Editrice, übernommen hat, wollte die Druckkosten für das Werk mit üblicherweise mehr als 250 Seiten teurem Papier senken, indem der Leser die Tabellen selber ausdrucken muss, wenn er sie auf Papier haben will.

Darüber nun dürfen wir von BusinessStone.com uns nicht mockieren, denn bei unseren Texten ist das genauso.

Sonst gibt es allerdings nichts an dem umfassenden Statistikwerk zu mäkeln. Stammt es doch auch in diesem Jahr wieder aus der Feder von Carlo Montani, der – bewundernswerte Leistung – die Daten der Steinbranchen aus aller Herren Länder gesammelt und übersichtlich in Tabellen gepackt hat.

Seit Jahren schon konstatiert Montani für die Steinbranche ein jährliches Wachstum. So auch für 2007, um das es im aktuellen Werk geht: gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion an Naturstein weltweit um 11,7 % und das Handelsvolumen um 11,5 %. Dieser Anstieg war der stärkste in den Jahren seit 1990, in denen es in Schnitt jährliche Steigerungen von 7,5 % (Produktion) und 9,3 % (Handel) gegeben hatte.

2007 lag das Wachstum der Steinbranche deutlich über dem anderer Wirtschaftsbereiche.

Überraschend angesichts der Angst vor einer weltweiten Finanzkrise und einer heraufziehenden Rezession, die im zweiten Halbjahr 2008 die Debatten bestimmen, sagt Montani auch für die Zukunft Steigerungen voraus: wichtiger für die Branche als externe Faktoren nennt er interne Problempunkte, insbesondere die ungelöste Abfallfrage, die Engpässe beim Transport und zögerliche Investitionen in neue Technologien.

Apropos Transport: Wieder stellte sich die internationale Steinbranche als ein riesiger Wanderzirkus dar: zwei Drittel der weltweiten Produktion wurde wieder in anderen Ländern abgesetzt als produziert.

Sieben Länder sind die großen Player in dem Geschäft und machen allein 71,3 % der globalen Steingewinnung aus. An erster Stelle liegt hier China, aus dem 25,6 % der Weltproduktion kamen. Es folgen Indien (12,6 %), die Türkei (7,7 %), Italien (7,5 %), Iran, Spanien (5,8 %) und Brasilien (5,6 %).

China allein steuerte 25 % der Weltexporte in Naturstein bei. In Tonnage ausgedrückt, schickte es 11,5 Millionen t ins Ausland und sicherte sich damit seine Monopole in Südkorea und Japan. Auch die USA und die Länder der EU, darunter besonders Deutschland, waren wichtige Abnehmer chinesischer Steinprodukte. Montani verweist darauf, dass Chinas Exporte zu 91 % aus Endprodukten bestanden.

Wie üblich nennt der Autor auch die absoluten Zahlen der Produktion. Danach wurden im Jahr 2007 weltweit 210 Millionen t Naturstein den Brüchen entnommen. Umgerechnet waren das 1,13 Milliarden Quadratmeter (mit 2 cm Dicke).

Für die fernere Zukunft erwartet Montani weiterhin ein Aufwärts der Branche: bis 2025 würde die weltweite Gewinnung auf 490 Millionen t ansteigen, umgerechnet 3,3 Milliarden Quadratmeter. „Das mag unrealistisch erscheinen“, schreibt er und verweist gleichzeitig darauf, dass die keramische Industrie diese Zahlen schon 1994 erreicht hat.

„Stone 2008“, Carlo Montani, Handbuch mit Kurzfassung der Analysen (120 Seiten) plus CD mit Tabellen, ISBN 978-88-8138-121ø, 32 €.