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Märkte: Abfall in den Asphalt

Der Schieferasphalt im Einsatz. Foto: Micapel(Dezember 2008) Abfälle aus Schiefergruben eignen sich als Zuschlagsstoffe für den Asphalt im Straßenbau. Das hat ein Projekt aus Brasilien nachwiesen (Portugiesisch). Im Bundesstaat Minas Gerais taten sich der Schieferproduzent Micapel und die Straßenbaufirma Egesa zusammen, um die Verwendung ihres „Schieferasphalts“ auf einem 230 km langen Teilstück der viel befahrenen Überlandstraße Rio de Janeiro-Brasília zu testen. Überwacht wurde das Projekt von den zuständigen staatlichen Stellen.

Zum Verständnis ist hier klarzustellen, dass das, was landläufig als Asphalt bezeichnet wird, keineswegs nur schwarzer Bitumen ist und schon gar nicht mehr Teer (der, weil gesundheitsgefährlich, nicht mehr verwendet wird). Die schwarze Schicht auf der Straße besteht zu um die 95 Prozent aus Gesteinskörnern, zwischen denen der Bitumen nur als Klebstoff fungiert. Üblicherweise wird für die Gesteinskörner minderwertiger Kalkstein oder Gneis verwendet, der extra dafür gewonnen werden muss.

In dem Projekt im Bundesstaat Minas Gerais wurden nun rund 300 000 Tonnen Schieferabfall verwendet, die zuvor in besonderen Brechern auf die gewünschte Körnung gebracht worden waren. Die Straßenbauer senkten damit ihre Kosten um 30 %, wie es in dem pdf heißt. Die Schieferfirma wurde ihren Abfall los und nicht nur die Bruchstücke aus der Gewinnung, sondern auch den Schlamm aus der Verarbeitung, der als Sand zu 35 % der Asphaltmischung beigegeben werden kann. Die Natur profitierte insofern, als nicht separate Steinbrüche für die Zuschlagstoffe angelegt werden mussten. Für den Transport war günstig, die das Micapel-Werk nahe an der Überlandstraße liegt.

Wie der Chef der Straßenbaufirma in dem Text sagt, sieht er quasi unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für den Schieferschotter, angefangen vom Straßenbau über den Wasserbau bis hin sogar zum Hochbau. Joaquim Campos Reis von der Schieferfirma äußert sich vorsichtig auf die Frage, ob das Unternehmen nun auch ins Schottergeschäft einsteigen wolle: „Das wird von der Nachfrage abhängen.“ Schließlich kostet eine Brecheranlage für das Granulat ein paar 100 000 brasilianische Reais.

Spanische Eisenbahn fährt auf Edelschotter

Für das Schotterbett der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Lissabon und Madrid wird Schotter des edlen Marmors Rosa Portugal verwendet, wie es auf einer Website heißt. Die portugiesische Firma Marmetal, wichtigster Produzent dieses exklusiven Natursteins, hat seit einiger Zeit eine Brecheranlage in Betrieb, um so den riesigen Mengen Abfall aus ihren Brüchen Herr zu werden.

Weitere Einsatzgebiete des so gewonnenen Schotters in den Größen zwischen 0 bis 31,5 mm seien die Industrie, der Transportwegebau oder die Landschaftsgestaltung, heißt es auf der Website. Daneben soll das Material auch in der Herstellung kosmetischer Produkte und als Dünger in der Landwirtschaft Einsatz finden.