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Märkte: Terrazzo-Schäden als Chance für die Steinbranche

Bei manchen Gräbern ist der Terrazzo schlichtweg zerstört.(Januar 2009) In Polen kann es in den nächsten Jahren eine steigende Nachfrage nach Grabsteinen geben. Darauf weist die Fachzeitschrift Nowy Kamieniarz hin. Hintergrund ist die Mangelwirtschaft zu Zeiten des Kommunismus. Damals wurden mangels Naturstein viele Grabmale aus Terrazzo oder Beton hergestellt.

Sie zeigen inzwischen erhebliche Schäden, teils sogar Zerfall und verlangen nach Reparatur oder Erneuerung. Vermutlich werden die Angehörigen der Toten sie durch Naturstein-Grabsteine ersetzen: denn die Polen begeistern sich für repräsentative Grabmale; außerdem biete der Terrazzo, der ehemals nur ein Fünftel des Steins kostete, wegen der Billiglieferanten in Indien oder China keinen Preisvorteil mehr, so die Zeitschrift

In drei unterschiedlichen Ortschaften untersuchten die Journalisten von Nowy Kamieniarz das Material der Gräber. Danach verlange bei den Grabmalen aus den Jahren 1961 bis 1970 „ein Viertel eine sofortige Reparatur“, wie es in der Ausgabe Nr. 36 (7/2008) heißt. Gemeint ist damit die Behebung von tiefen Rissen, Bröckelungen und ähnlich schweren Schäden am Material.

Für das Jahrzehnt von 1971 bis 1980 waren die Mängel erwartungsgemäß geringer. Jedoch erwarten die Autoren hier immer noch „bei zwei Dritteln“ der Grabmale die Notwendigkeit zu einer Reparatur „sofort oder in naher Zukunft“. Selbst bei den Gräbern aus der Zeit von 1981 bis 1990 seien schon „Einbußen am Erscheinungsbild“ festzustellen.

Am schlimmsten war der Zustand der Grabmale aus den Sechzigern und davor. Vielfach war hier die Grabfläche eingebrochen, wie es üblich ist, wenn der Holzsarg sich zersetzt hat. Dieser Effekt werde sich durch die Jahrzehnte hindurchbewegen, so die Journalisten.

Sie fordern Polens Steinmetzen auf, sich aktiv dieser Marktchance anzunehmen und nicht darauf zu warten, dass die Angehörigen der Toten zu ihnen kommen. Der Ratschlag geht dahin, auf den Friedhöfen Bereiche mit Beispielen für gelungene Erneuerungen zu schaffen. Auch könnten die Steinmetzen mit Sonderangeboten auf ihren Service aufmerksam machen.

Übrigens: Die wenigen Naturstein-Grabmale aus der Zeit des Kommunismus „waren unbeschädigt“, so die Erkenntnis. Üblicherweise sind die Platten hier 5 oder 6 cm dick.

Nowy Kamieniarz

Fotos: Nowy Kamieniarz

Schon bei Grabsteinen aus den 70-er Jahren beeinträchtigen die Schäden das Erscheinungsbild.