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Märkte: Türkei konnte 2008 US-Krise kompensieren

       (Mai 2009) Während die türkische Natursteinwirtschaft im Jahr 2008 zumindest von der Statistik her ungeschoren blieb, ist nun die Krise auch bei ihr angekommen: Im ersten Quartal 2009 verzeichneten die Exporte einen Rückgang um „17 bis 19 %“, wie vom Verband IMMIB am Rand der Messe in Izmir zu erfahren war.

2008 hatte es noch ein kräftiges Exportplus von 13,01 % nach Wert und 8,19 % nach Tonnage gegeben. In Zahlen waren das 1,395 Milliarden US-$ bei 5,116 Millionen t (siehe Tabelle). Bitte beachten: Um zu international vergleichbaren Statistiken zu kommen, hat BusinessStone.com aus den Angaben des Verbands IMMIB die Zahlen für Schotter und ähnliche Produkte herausgerechnet.

Dieser Anstieg trotz der weltweiten Krise war darauf zurückzuführen, dass die türkischen Exporteure ihre Einbrüche in den USA durch andere Zielländer hatten kompensieren können. Kräftige Zuwachsraten gab es vor allem in Ländern mit dem Islam als Religion, namentlich den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi Arabien, dem Irak oder Libyen.

Auch die Tatsache, dass die Exporte nach China kräftig anzogen, kompensierte den Rückgang bei Lieferungen in die USA. Die USA in Zahlen: Wert: -20,35 %, Gewicht: -25,98 %.

Bemerkenswert ist dabei zweierlei: Nach wie vor sind die USA bei Endprodukten der wichtigste Kunde der Türkei, bei Rohblöcken liegt China mit weitem Abstand an der Spitze. Hier von einer bedrohlichen Monokultur zu reden, wäre jedoch übertrieben. Denn obwohl das Mittelfeld weiterer Abnehmerländer erst mit weitem Abstand auf die beiden Großkunden folgt, ist es doch auf hohem Niveau breit gefächert. Zudem wurden dort 2008 kräftige Zuwächse erzielt, gibt es also Hinweise auf eine erfolgreiche Diversifizierung der türkischen Exporte.

Bemerkenswert ist auch, dass Marmor den Travertin vom ersten Platz beim Export von Unmaßplatten verdrängt hat.

Noch eine Bemerkung: Besonders haben die türkischen Exporteure offenbar die Staaten der ehemaligen Sowjetunion ins Auge genommen, denn nach dort stiegen die Lieferungen kräftig. Zwar erzielten die Lieferungen dorthin nur geringe Summen. Aber diese Staaten gelten als viel versprechende Wachstumsländer. Uneinheitlich entwickelten sich die Exporte in die Länder der Europäischen Union.

IMMIB (Istanbul Mineral and Metals Exporters’ Association)