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Messen: Stark unter einem globalen Dach

Beim World Stone Congress 2009 in Xiamen.  Foto: Confindustria Marmomacchine(Mai 2009) Neu ist die Idee nicht und immer wieder wird sie vage diskutiert. Aber es könnte sein, dass diesmal der Wunsch nach einer globalen Organisation für die Steinbranche einen Schritt vorangekommen ist. Auf dem World Stone Congress (WSC) zur Xiamen-Messe im März dieses Jahres nannte ein Vertreter der indischen Verbände gute Gründe für solch eine weltweite Aktionsgemeinschaft, und es gab einige informelle Treffen von Befürwortern der Idee.

R. Veeramani, Gründungspräsident des Branchenverbands AIGSA und Chef der Gem Granite Group, sprach bei seiner Rede von einer „absoluten Notwendigkeit für eine globale Organisation“. Er erinnerte an das angebliche Radon-Problem bei Graniten, gegen das sich die Branche in einer gemeinsamen Anstrengung unter Führung des Marble Instituts of America erfolgreich wehrte, und verwies auf die Themen Kinderarbeit und Umweltzerstörung als sozusagen offene Flanken für künftige Angriffe.

Auch betonte Veeramani die Möglichkeit, mit Hilfe solch einer Organisation ein Marketing in großem Stil aufzuziehen. Als Vorbilder nannte er unter anderem die Stahl-, Textil- und Keramikindustrie.

Allerdings: Was jene Branchen auszeichnet, ist ein modernes Wirtschaften, wo unter bestimmen Bedingungen auch die Konkurrenten kooperieren. Die Leitlinie dieses Denkens ist jener alte Satz, den Henry Ford aussprach, als die Autobauer um eine gemeinsame Aktion im Straßenbau rangen: „Was gut ist für das Automobil, ist auch gut für Ford.“ Zugegeben: Wir haben keine Quelle für das Zitat gefunden, und es kursiert in vielen Variationen. Aber es trifft sehr genau, welche Haltung die Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Dachverband ist.

Nuno Henriques von der portugiesischen Fachzeitschrift Rochas e Equipamentos (portugiesisch) hat das Thema seit langem im Blick und seine Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Steinbranche noch weit entfernt von Henry Fords Einsicht ist. „Bisher gab es Bemühungen, die gesamte Steinbranche in einer solchen Organisation zusammenzubringen“, berichtet er, „in Xiamen sah es in diesem Jahr eher danach aus, als wollten die Granitfirmen unter sich bleiben – was aber dennoch als positiv anzusehen ist, weil es die Tür öffnet für weitere Diskussionsbeiträge.“

Zur Messe in Verona im September/Oktober, so wurde in Xiamen locker vereinbart, soll es wieder ein Treffen der Befürworter der Idee geben.

Professor Dr. Peter Zec.

Um praktische Erfahrungen aus anderen Branchen in die Diskussion einzubringen, hat BusinessStone.com sich mit dem Designer-Weltverband ICSID in Verbindung gesetzt und einen von dessen Ex-Präsidenten, Professor Dr. Peter Zec, befragt (pdf).