www.stone-ideas.com

Kunst: ein Fließen in der Steinmauer

London, Montrose Place, 10.(November 2009) Kann man mit Schiefer zeichnen? Klar, werden die Älteren unter uns sagen, denn sie haben in der Schule noch die alten Schiefertafeln kennen gelernt. Ein ungewöhnliches „Ja“ als Antwort auf die Frage gibt der berühmte britische Landschaftsarchitekt Andy Goldsworthy mit einem Projekt mitten in der City in London: Dort hat er Schieferplatten senkrecht gestellt und mit ihnen eine Linie wie einen Fluss über eine Mauer aus demselben Material gezogen. Für die Arbeit bekam er einen der diesjährigen Natural Stone Awards der britischen Steinbranche.

Dabei wollte Goldsworthy nicht wirklich einen Fluss auf die Mauer zu bringen. Vielmehr ging es ihm darum, ein Fließen darzustellen, wie es in der Natur allgegenwärtig ist. Gleichzeitig gab er damit dem Stein eine Assoziation, die der im Allgemeinen nicht hat, weil er doch meist als ausgesprochen unbeweglich und feststehend wahrgenommen wird.

Die Mauer ziert die feine Wohnanlage mit der Adresse Montrose Place, 10. Die Länge beträgt knapp 35 m, die Höhe im Schnitt 2 m. Exakt 24035 Schieferplatten wurden verarbeitet. Sie haben 6 mm Dicke und drei verschiedene Größen, nämlich circa 20 cm x 40 cm, circa 23 cm x 46 cm beziehungsweise circa 25 cm x 50 cm [8 in x 16 in, 9 in x 18 in beziehungsweise 10 in x 20 in].

Wir empfehlen unseren Lesern: Gehen Sie zu verschiedenen Tageszeiten und auch bei Laternenlicht an der Mauer vorbei – jedes Mal hat der Schieferfluss sich ein wenig bewegt.

Natural Stone Awards

Andy Goldsworthy