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Märkte: „Weiter auf den Export setzen“

(Januar 2010) Die spanische Natursteinindustrie steckt aufgrund der weltweiten Finanzkrise und Problemen auf dem heimischen Markt zurzeit in einer extrem schwierigen Situation. Dennoch hatte Manuel Sánchez Pérez, Chef des Marmorverbands von Andalusien, den Mut, sich für die Wahl zum Präsidenten des Nationalen Verbands FDP zur Verfügung zu stellen. Im Juni 2009 wurde er einstimmig gewählt. BusinessStone.com (ssS) sprach mit ihm über seine Visionen für die heimische Branche.

ssS: Was müssen die spanischen Firmen tun, um aus der Krise herauszukommen?

Manuel Sánchez Pérez: Die aktuellen Krisen im Finanz- und Bausektor wirken sich auf alle Wirtschaftszweige und auch auf die Steinbranche aus. Die Steinbranche ist eine sehr heterogene Branche, es gibt nicht sozusagen die Standardfirma, weshalb es sehr schwer ist, eine allgemeine Empfehlung für den Weg zu geben. Weil es aber auf den auswärtigen Märkten eine Erholung gibt, die man im Inland noch nicht feststellen kann, glauben wir vom Verband, dass die Firmen den Weg des Exports weitergehen sollten, den sie in den vergangenen 10 Jahren beschritten haben.

ssS: Wo liegen neue Möglichkeiten für die spanische Natursteinindustrie auf dem internationalen Markt?

Manuel Sánchez Pérez: Der Verband wird 2010 an einer Reihe von Messen auf der ganzen Welt teilnehmen. Das wird den Firmen die Möglichkeiten geben, für ihre Produkte Marktnischen zu finden, und wir hoffen, dass das in den kommenden Monaten auch gelingt. Dabei unterstützt uns das spanische Außenhandelsinstitut. Außerdem werden wir einen Katalog mit unseren Steinen erstellen. Er richtet sich an Architekten und auch an Planer auf internationalem Niveau. Der Katalog soll ein Marketing-Instrument für unsere Firmen sein.

ssS: Muss Spanien mehr mit innovativen Produkten auf die Märkte kommen?

Manuel Sánchez Pérez: Zweifellos sind Produktinnovationen eine ständige Aufgabe für die Branche. Auch wenn es spanische Firmen gibt, die sich hier schon auszeichnen, glaube ich, dass das ein Weg der Zukunft für uns ist. Wir müssen besser darin werden, unseren Kunden Produkte mit hoher Qualität und mit hohem Design anzubieten.

ssS: was ist der Unterschied, die Alleinstellung, von Spaniens Natursteinfirmen gegenüber den Konkurrenten?

Manuel Sánchez Pérez: Wir zeichnen uns dadurch aus, dass wir wie kein anderes Land die Produktwünsche als auch die Liefervorgaben unserer Kunden erfüllen können. Zu den wichtigsten Merkmalen der spanischen Natursteinfirmen zählt, dass sie seit Jahren in den Produktionsprozess und in die neuesten Technologien investieren.

ssS: Der Verband macht sich seit langem dafür stark, dass bei öffentlichen Bauvorhaben bevorzugt heimischer Naturstein zum Einsatz kommt. Warum hat die Regierung diese Vorschläge nicht wirklich aufgegriffen?

Manuel Sánchez Pérez: Die Natursteinbranche ist eng mit der Bauwirtschaft verbunden und diese zählt in Spanien seit Jahren zu den strategisch wichtigen Bereichen unserer Wirtschaft. Die Konsequenz der Krise ist allerdings, dass die Bauwirtschaft im Moment eine schwierige Phase durchläuft. Dabei kann es sich um einen Moment der Erneuerung handeln, etwa dass sie sich an neue Anforderungen anpasst. Solche Anforderungen könnten darin bestehen, dass sie sich stärker hin zu natürlichen Materialien mit großem Potenzial in der Wiederverwendung wendet – das bieten die Natursteine, deren Haltbarkeit weit über der anderer Baustoffe liegt.

ssS: Welche wichtigsten Ziele wollen Sie bis zum Ende Ihrer Präsidentschaft im Jahr 2012 erreicht haben?

Manuel Sánchez Pérez: Für den Verband gibt es zwei zentrale Aktionsfelder, das nationale und das internationale. National wollen wir erreichen, dass die öffentlichen Verwaltungen, die Gesellschaft und auch die öffentliche Meinung mehr über die Natursteine wissen und über die Bedeutung, die unsere Branche für unser Land hat. Auf internationaler Ebene halten wir es für wichtig, dass wir neue Märkte erkunden, in denen die spanischen Firmen sich mit ihren Produkten positionieren können. Außerdem wollen wir die Marke „Stone from Spain“ als Synonym für Qualität und Leistung unserer Firmen bekanntmachen.

Federación Española de la Piedra Natural (FDP)

Online-Zeitschrift Piedra Natural (spanisch)

Messe Piedra, Madrid, 5.-8. Mai 2010

Global Stone Congress, Alicante, 2.-5. März 2010