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Märkte: Wärme mit Stein und Strom

(Januar 2010) Eine innovative Fußbodenheizung kommt von der portugiesischen Firma Granisintra: „Stonecell“, so der Name, kombiniert Naturstein als Wärmespeicher mit Strom als Energieträger.

Drei Komponenten hat das System. Eine sind Plastikmodule (40 cm x 40 cm und 4 mm), die auf dem Boden verlegt werden. In sie werden die Strom führenden Heizschlangen als zweite Komponente hineingedrückt. Obendrauf kommen Natursteinfliesen als dritte Komponente. Gehalten werden die Fliesen durch ein Einrasten in die Plastikmodule, die ihrerseits am Boden verschraubt werden können. Ein Aluminiumband am Stein sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig über die ganze Fliese verteilt.

Gegenüber herkömmlichen Fußbodenheizungen, bei denen Warmwasser durch Rohre im Boden fließt, hat das System als einen Vorteil, dass eine Wohnung sehr viel schneller warm wird. Etwa 15 Minuten nach dem Anschalten habe man eine normale Raumtemperatur erreicht, heißt es von Seiten des Herstellers. Beschleunigen lässt sich das durch mehr Heizschlangen in den Modulen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Komponenten sich sehr einfach und schnell verlegen lassen. Auch ist die Anbringung an einer Wand möglich. Außerdem lässt sich das System demontieren und woanders neu installieren. Und wenn eine Fliese kaputt geht, kann diese ausgetauscht werden, indem man ihre Bahn von der Seite her herausnimmt.

Derzeit läuft ein Patentverfahren für das Produkt. Die Tests durch das Nationallabor von Portugal (LNEC) waren nach Firmenangaben erfolgreich. Bisher hat Granisintra rund 5000 m² „Stonecell” verkauft und es in seinen eigenen Büroräumen in den Laufzonen seit etwa fünf Jahren in Gebrauch. Zwei der Komponenten, nämlich die Steinfliesen und die Heizschlangen sind handelsüblich; lediglich die Module als solche sind eine Entwicklung von Granisintra.

Einen Schwachpunkt hat „Stonecell”: der besteht darin, dass das Heizen mit Strom ökologisch nicht sinnvoll ist. Denn bei der Herstellung dieser sozusagen edelsten Energieart geht viel von der eingesetzten Primärenergie verloren. Insofern dürfte das neue System seinen größten Markt wohl in Ländern mit warmem Klima finden, wo es die bessere Alternative zum Heizen mit der Klimaanlage darstellt.

Granisintra hat seinen Sitz in Pero Pinheiro, das liegt in den Bergen hinter der Stadt Sintra und etwa 30 km von der Hauptstadt Lissabon entfernt. Seit 1989 arbeitet das Unternehmen mit Graniten, später kamen andere Steinsorten hinzu.

Granisintra

Fotos: Granisintra