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Messen: „Marble“-Izmir bleibt vorerst im Kulturpark

(Mai 2010) Wichtig im türkischen Alltagsleben ist Harmonie. Dazu gehört im Fall der Messe „Marble“ in Izmir, dass zur Eröffnung ein Orchester spielt (diesmal Blasmusik), die Redner sich allerlei Freundlichkeiten sagen und alle gemeinsam die Nationalhymne singen.

In diesem Jahr aber gab es beinahe energische Ermahnungen an die Adresse der Politiker: Es ging um das neue Messegelände in der Nähe des Flughafens, das die derzeitige Ausstellungsfläche von gut 43.000 m² im Kulturpark mitten in der Stadt in einem ersten Schritt auf rund 80.000 m² verdoppeln würde. Seit Jahren ist es in der Planung. Aber erst kürzlich schaffte die Politik es, den Erwerb der Grundstücke in trockene Tücher zu bringen.

Allerdings wird sich auf die Schnelle nichts an der Enge im Kulturpark ändern. „Selbst wenn von nun an alles glatt geht, wird das neue Gelände frühestens 2012 fertig sein“, sagte Selahattin Onur, Vorsitzender des landesweiten Branchenverbands Tümmer, im Gespräch voraus.

Zu den Exporten. Während die Türkei von 2007 auf 2008 noch Wachstum erzielte (Wert: +13,01%, Gewicht: +8,19%), geriet auch sie im vergangenen Jahr in den Strudel der Krise: -12,8% gab es nach Wert und -3,32% nach Gewicht (siehe Tabelle). Das ist im Vergleich zu anderen Ländern ein allerdings moderater Rückgang.

Die nähere Betrachtung zeigt jedoch ein Problem: Bei Endprodukten gab es kräftige Rückgänge (-22% nach Wert und -16,4% nach Gewicht). Beim Rohmaterial hingegen stiegen die Exporte an: bei Blöcken um +3,6% (Wert) und um +4,1% (Gewicht), bei Platten um +10,1% (Wert) und +2% (Gewicht). Ähnliches ist auch aus anderen Ländern zu berichten: in der Krise entwickelten sie sich in Richtung Lieferanten von Rohmaterial für die Verarbeitungsindustrie in Asien.

Dies spiegelt auch die Tabelle der Exporte nach Ländern wieder (siehe unten): nach China gab es ein Plus von +5,74% nach Wert) und nach Gewicht von sogar 30,5%. In die USA hingegen, ehemals der größte Kunde, ging der Rückgang mit -36,3% (Wert) und -37,5% (Gewicht) unverändert weiter. Steigerungen gab es fast ausschließlich mit muslimischen Ländern wie Libyen, dem Irak, Ägypten und einigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion.

Dass Asien zum mengenmäßig wichtigsten Abnehmer für türkische Steine geworden ist, zeigt sich auch in den Zahlen der diesjährigen Messe. So hebt der Veranstalter IZFAS die große Zahl an Besuchern aus China und Indien hervor. Insgesamt verzeichnete die Messe vom 24. bis 27. März in ihrer 16. Ausgabe Steigerungen sowohl bei Besuchern als auch Ausstellern (siehe unten).

Nach Darstellung von Verbandschef Selahattin Onur hat die türkische Natursteinindustrie zu Hause mit übertriebener Gesetzgebung gleich auf mehreren Ebenen zu kämpfen. In Sachen Umwelt wünschte er sich „Regelungen, die zu verstehen sind und die nicht zu unnötiger Bürokratie führen“, sagte er im Gespräch. Finanzielle Erleichterungen forderte er im Bezug auf die mit den Löhnen verbundenen Abgaben.

Besonders die Energiekosten seien eine Last, da sie „im weltweiten Vergleich in der Türkei am höchsten sind“, so seine Klage. Hintergrund ist, dass vor einigen Jahren in der Türkei eine so genannte Luxussteuer unter anderem auf hohen Energieverbrauch eingeführt wurde, um Erdbebenopfern zu helfen. Diese Steuer sollte ursprünglich befristet sein, ist inzwischen aber zu einem Dauerzustand geworden.

Quelle der Tabellen: IMMIB

Tabellen des Vorjahres