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Märkte: Zusammenhalt durch Leiste und Gewicht

(Mai 2010) „The Wall ist der Name, klar“ sagt Cem Uras und lacht. Wir hatten ihn nach dem Titel für sein System einer zusammensteckbaren Mauer in Stein gefragt und nach kurzem Zögern kam er mit jenem berühmten Pop-Song der Gruppe Pink Floyd heraus. Das Stecksystem ist patentiert und überraschend einfach. Uras spinnt die Bandbreite möglicher Anwendungen weit und bezieht damit seine Herkunft aus der Türkei und seine Wahlheimat im Westen der USA ein: „Mit The Wall kann man erdbebensicher bauen.“

Das Prinzip beruht darauf, dass zwei übereinander liegende Mauersteine durch eine schmale Leiste aus Stein miteinander verbunden werden. Das geschieht, indem der untere Stein oben eine Nut trägt, in die die Leiste eingeschoben wird. Darauf kommt dann der obere Stein, der die Nut auf der Unterseite trägt.

Schließt man die Konstruktion zu einer Quadratform, etwa als Umrandung einer Feuerstelle im Garten, hält sie sich selbst ohne jegliche Verstärkungen. Denn Kräfte, die von außen auftreffen, werden innerhalb des Verbundes weitergeleitet und dabei verbraucht. Solche Bauwerke kann man immer wieder lösen und in neuer Form zusammenbauen.

Um Mäuerchen in Privatgärten stabil zu halten, reicht das Eigengewicht des Natursteins. „Will man eine gegen alle Einwirkungen stabile Mauer errichten, kann man die Einzelteile mit herkömmlichem Industriekleber verbinden“, so Uras. Der Vorteil gegenüber üblichem Zementmauerwerk besteht dann immer noch darin, dass der Aufbau schnell geht und auch für Heimwerker machbar ist.

Je nach Anwendung lassen sich verschiedene Größen zusammenstecken. Der Standardbaustein hat die Maße 30,5 cm x 15,2 cm x 10,2 cm und trägt oben und unten die Nut. Es gibt spezielle Endstücke, Ecken, Abdeckungen usw. Als Fundament dient eine Platte mit doppelter Breite. Die Steckleiste ist ebenfalls aus Stein.

A.N.S. Mermer

Fotos: ANS Mermer