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Design: Durchbruch für die Möglichkeiten mit Stein

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(Oktober 2010) Einen Durchbruch gibt es von der diesjährigen Marmomacc in Verona (29. September bis 2. Oktober) zu vermelden: zu sehen waren Marmorwände nach der Art von Lochmustern ausgeschnitten, die der (Innen-)Architektur mit Stein bisher unbekannte Möglichkeiten eröffnen. Besonderheit war dabei nicht nur das Design, sondern vielmehr noch, dass die standardisierten Einzelteile im Endprodukt ganz innovativ miteinander verknüpft worden waren, so dass sich eine stabile Wand ergab. Vorgestellt wurden sie im Rahmen der Messeaktion Marmomacc Meets Design, die zum 4. Mal stattfand und diesmal unter dem Motto „Irregulär – Außergewöhnlich“ („Irregular – Exceptional“) stand.

„Lace“ („Spitzengewebe“)  war der Name, den die Designerin Patricia Urquiola ihrer Schöpfung gegeben hatte. Produziert hatte die Arbeit die italienische Firma Budri, bekannt für innovative Stein-Gestaltungen, die an die Grenzen der technischen Möglichkeiten gehen.

Budri

Patricia Urquiola

Ganz anders war „La Casa di Marmo“ („Marmorhaus“), das die Firma Marsotto präsentierte. Es handelt sich um ein unscheinbares Haus, das ganz mit 1 cm dicken Steinschindeln verkleidet ist. Es ahmt skandinavische Sommerhäuser nach, wie man sie dort häufig an den Seen findet. Kein Wunder, schließlich kam der Entwurf kam von dem schwedischen Designer Thomas Sandell.

Bemerkenswert war die Kreation bei näherem Hinsehen aber sehr wohl. Denn zum einen war die klassische Verkleidung mit Steinschindeln hier in eine moderne Form gebracht: Das Format hatte mit 100 x 40 cm eine für Schindeln unübliche Größe, und die einzelnen Fliesen trugen prägnante Adern. Die ergab sich aus dem verwendeten Material, nämlich dem Marmor Striato Olimpico aus der Türkei. In jede der Platten war als Akzent ein schwarzer Punkt aus Nero Marquina eingelegt.

Praktisch einsetzen lässt sich das „Marmorhaus“ nicht nur für warme Regionen, wie Constanza Olfi von der Firma im Gespräch sagte. Denkbar ist, als Isolation eine Glaswand innen vor die Wände zu setzen.

Marsotto

sandellsandberg

In bisschen unwirklich war die Atmosphäre, in die Manuel Aires Mateus den Stand von Pibamarmi getaucht hatte. Meterhoch waren die Wände aus dem Kalkstein Pietra die Brera. Eng und schmal kamen folglich die Wege daher, und in den Ecken stieß der Besucher immer wieder auf Designprodukte aus Firmenproduktion. Von denen aber waren viele auch nicht wie üblich installiert, sondern standen schräg an die Wände angelehnt. Insgesamt waren für die Installation rund 15.000 einzelne Steine in 7 unterschiedlichen Größen übereinander gestapelt worden.

Pibamarmi

Manuel Aires Mateus

Bei MGM Furnari hatte Marco Piva für „Lithea“ die Oberfläche des sizilianischen Kalksteins Grigio Billiemi mit CNC-Technik bearbeitet. Installiert worden waren die Fliesen unterschiedlicher Größe nach der Art einiger Bilder des Grafikers Mauritius Escher, in denen Formen ineinander übergehen: in der Installation am Stand befand sich außen gewissermaßen das Ausgangsmaterial, also die polierte Platte; nach innen wurden die Oberflächen der Fliesen zwar stets bewegter, trugen jedoch immer dasselbe Muster. Am anderen Ende gab es dann wieder ein polierte Platte.

MGM Furnari

Marco Piva

Die Region Puglia hatte gleich mehrere Designer beauftragt. Philippe Nigro entwarf für die Firma Petra Einrichtungsgegenstände mit Bezug auf Krusten von Rohblöcken im Bruch; Luca Nichetto gestaltete für Decor Martena Sitzgelegenheiten und eine Beleuchtung in Stein, und Tomas Alonso zeigte für InSpo Marbles Tische aus Holz und Stein.

Region Puglia

Mehr von der Marmomacc in der November-Ausgabe.