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Kunst: „Tuch“ aus Elbsandstein

(November 2010) Naturstein wurde bei den Entwürfen für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin kaum verwendet. Als Ausnahme wollen wir auf den Entwurf des Künstlers Stefan Sous hinweisen: Nach seinen Plänen sollte vor das künftige Humboldt Forum mit der Fassade des ehemaligen Schlosses ein großes und dickes „Tuch“ aus hellem Warthauer Sandstein gelegt werden, dessen Faltenwürfe die Kraft der DDR-Bürgerbewegung dargestellt hätten. Beteiligt waren an dem Entwurf auch der Architekt Jost Haberland und der Künstler Heinke Haberland sowie als Berater die Firmen WTM Engineers und Zeidler & Wimmel.

Wäre der Entwurf ausgewählt und vielleicht sogar realisiert worden, hätte das einen Großauftrag an Sandstein mit sich gebracht: als Ausmaße waren 75,5 m Länge mal 41,2 m Breite mal 4,80 m Höhe vorgesehen. Die Verwendung des Steins aus Schlesien wurde damit begründet, dass er im alten Berlin ein häufiges Material war. Das „Tuch“ hätte den in Resten erhalten gebliebenen Sockel der Statue des Kaisers zu Pferd überdeckt.

Ungewöhnlich war die Idee, eine größere Bodenfläche nicht mit Stein zu pflastern, sondern damit in Wellenform zu gestalten. Einen Vorläufer hatte das Konzept bereits im 1. Durchgang des Wettbewerbs gehabt: Da hatte Stefan Sous eine zu Stein gewordene Wasserlandschaft propagiert, in der Besucher herumwandern könnten. Dazu hatte es gehießen: „Das Meer mit seinen bewegten Wellen ist Sinnbild für die Energie der friedlichen Revolutionen und verweist zugleich auf die Sehnsucht nach Weite und Ferne.“

Tuch aus Stein

Meer aus Stein