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Märkte: Verstolperter Start

Update: Our readers‘ comments on Wonasa

(November 2010) Wonasa kürzelt sich die Weltorganisation für Naturstein, die auf der Marmomacc aus der Taufe gehoben wurde. Zweieinhalb Jahre lang hatten die Initiatoren die Idee zu dieser „World Natural Stone Association“ entwickelt. Bekannt gegeben wurden bei einer Pressekonferenz am ersten Messetag die Namen der offiziellen Vertreter: Als Präsident gewählt ist R. Veeramani (Indien, Gem Granites), die drei Vizepräsidenten sind Antonio José Guidoni (Brasilien, Mineração Guidoni), Medhat Mustafa Attia (Ägypten, Sinai) und John-Petter Gundersen (Norwegen, Lundhs). Dazu kommen als Generalsekretär C. Kaliannan (Indien, Metal Management Services), der auch das vorläufige Büro betreibt, und als stellvertretender Sekretär Paulo Lucio Florio Giafrov (Brasilien, DGG Assessorio, Brasilien).

Öffentlichkeitsarbeit für Naturstein soll im Mittelpunkt der Aktivitäten von Wonasa stehen. Präsident Veeramani stellte in seinem Statement heraus, dass viel zu wenig bekannt sei, dass Stein ein wirklich umweltfreundliches Material und dass es der Baustoff der ersten Hochzivilisationen gewesen sei. Er hob hervor, dass die Menschheit Stein nicht selber herstellen könne: „Stein ist ein Geschenk Gottes an die Menschen.“

In einer später veröffentlichten Pressemitteilung werden die Themenschwerpunkte im Detail genannt:

„1 für Stein werben und den weltweiten Verbrauch von Stein steigern;

2 die Steinindustrie und die Gesellschaft über die positiven Eigenschaften von Naturstein als grünes Produkt fortbilden;

3 die neuen Herausforderungen für die Steinindustrie in einer globalisierten, modernen Welt identifizieren und Lösungen entwickeln;

4 neue Ideen, Technologien und den Austausch von Informationen auf gegenseitigem und fruchtbarem Weg fördern;

5 mit internationalen Organisationen und Regierungsvertretern in Kontakt treten, wenn nötig mit dem Ziel, die Steinindustrie zu fördern und eine industriefreundliche pro-aktive Politik zu ermutigen;

6 umweltfreundliche und nachhaltige Steingewinnung mit vollen Sicherheitsstandards sicherstellen.“ (Die englische Originalfassung findet sich in unserem Bericht auf den Seiten auf Englisch).

Juristisch wurde Wonasa in Chennai nach indischem Recht gegründet. Demzufolge waren für den Start 10 Mitglieder notwendig. Mitglied werden kann „jeder, der eine Leidenschaft für Naturstein hat“, sagte Anil Taneja (Spanien, Publicaciones Litos), der bei der Pressekonferenz ebenfalls auf dem Podium saß. In Gesprächen am Rande hieß es, dass Interessenten nur dann aufgenommen werden können, wenn sie die Zustimmung von zwei Mitgliedern mitbringen. Die Eintrittsgebühr beträgt 500 US-$. Als Jahresbeitrag wurden ebenfalls 500 US-$ genannt.

Eine Bestimmung in den Statuten besagt, dass nicht mehr als 25 Prozent der Mitglieder aus einem einzelnen Land kommen dürfen. Als ein erster Schritt soll eine Website ins Netz gestellt werden. An der Veranstaltung in Verona nahmen etwa 80 Teilnehmer aus der Branche teil.

Auf der Messe Kamien-Stone im polnischen Poznan wird es am 10. November um 16 Uhr (Halle 14B, Raum A) einen Auftritt von Wonasa geben. Nach einer Vorstellung Organisation will Präsident Veeramani sprechen. In den Vorträgen danach geht es um die Themen „Warum Naturstein die beste Option ist“ und „Warum muss die Nachfrage nach Naturstein in Polen steigen“. Im Anschluss findet eine Frage-Antwort-Runde und ein Cocktailempfang statt.

Ansprechpartner im vorläufigen Büro ist C. Kaliannan (Mail), Tel: +91 44 2811 6107, Fax: +91 44 2811 1159.

Kommentar

Leider muss man der Organisation einige Geburtsfehler bescheinigen. Zum einen fällt auf, dass im Vorstand die Granitfirmen dominieren. Einen einzigen Vertreter für Marmor gibt es, Schiefer oder Sandstein fehlen völlig.

Zum anderen ist erstaunlich, dass trotz der langen Vorbereitungszeit die existierenden übernationalen Organisationen nicht einmal angesprochen worden waren. Das bestätigten uns auf Nachfrage sowohl das Marble Institute of America (MIA), das nicht nur in den USA Mitglieder hat, als auch Euroroc, in dem sich die europäischen Verbände zusammengetan haben.

Dieses Versäumnis erklärten die Wonasa-Initiatoren bei der Pressekonferenz damit, dass man sich in der Vorbereitungszeit an sehr vielen Orten habe treffen müssen und dass deshalb die Beteiligung weiterer Interessierter nicht möglich gewesen sei. Man hoffe jetzt aber darauf, „dass die anderen kommen“ (Veeramani).

Unser Fazit: Jede Initiative kann sinnvoll sein, die zugunsten der Steinbranche arbeiten will. Weil es aber schon nationale und auch transnationale Organisationen gibt, die ihre Arbeit so gut machen, wie es eben geht, sollte Wonasa sich schnellst möglich mit ihnen verknüpfen, statt einen eigenen Weg zu beschreiten.

Denn eine globale Organisation soll nicht der Oberlehrer sein, der meint, dasjenige besser zu können, was die anderen schon machen – eine globale Organisation muss die globalen Themen angehen.

In diesem Sinne wünschen wir der neuen Organisation trotz des verstolperten Starts viel Erfolg.

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