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Architektur: Richtig viel Knete

(Dezember 2010) Zwar wurde der Baubeginn für das Berliner Stadtschloss auf das Jahr 2014 verschoben. Aber dennoch gehen Spenden für die Fassade mit ihren historischen Steinmetzarbeiten ein: Ende November berichtete die Berliner Zeitung, dass ein privater Mäzen eine Spende in Höhe von 4,3 Millionen € zugesagt und davon 1 Million € gleich überwiesen habe.

Das historische Stadtschloss in Berlins Mitte neben Dom und Lustgarten soll nach einem Beschluss des Bundestages neu aufgebaut werden und künftig unter dem Namen Humboldtforum als Museumszentrum dienen. Den Wettbewerb gewann der italienische Architekt Franco Stella.

Die historische Fassade in Naturstein soll nach dem bisherigen Stand der Dinge aber nur dann realisiert werden, wenn die Befürworter auch das Geld dafür aufbringen. Genannt wird die Summe von 80 Millionen €. Bisher ist fraglich, ob der Förderverein Berliner Schloss das Geld beschaffen kann.

Die neue Spende ist die höchste bisher. Nach Angaben des Vereins hat er schon Zusagen in Höhe von 24 Millionen €. Tatsächlich eingenommen worden seien 14,5 Millionen €, schreibt die Berliner Zeitung.

Gelockt werden Mäzene damit, dass sie mit ihrer Spende Eigenwerbung machen dürfen. Allerdings soll es später keinen Schriftzug oder kein Firmenlogo am Gebäude geben.

Eine Neuheit in Sachen Geld wird in derselben Zeitungsausgabe vermeldet: Danach werden die anderen Kosten für den Neubau, die der Bund übernimmt, um rund 30 Millionen € auf insgesamt 582 Millionen € steigen. Der Grund dafür sei die allgemeine Erhöhung der Baupreise in den kommenden Jahren. Die Rede ist außerdem von weiteren 12,9 Millionen € für zusätzliche Maßnahmen.

Die für das Schloss zuständige Stiftung habe dazu Einsparungen bei den Bildhauerarbeiten an der Fassade empfohlen, schreibt die Zeitung. „An einigen Fassadenabschnitten sollen Ornamente wie Adler, Widderköpfe, Blumengirlanden und Wappenschilder zunächst weggelassen und erst später realisiert werde“, heißt es in dem Beitrag.

Schlossbauhütte in Berlin-Spandau

Noch eine weitere Neuheit ist zu vermelden: Ende November übergab der Förderverein Gipsabdrücke, Modelle und erste Bildhauerarbeiten. Sie sollen demnächst aus einer Lagerhalle in Berlin-Marienfelde zur Schlossbauhütte nach Spandau wechseln. Dort residiert die Schlossbauhütte in einer vormaligen britischen Kaserne.

Schon für ein Viertel der Schmuckelemente gebe es neue Modelle für eine Wiederherstellung, heißt es auf einer Webpage der Stiftung Berliner Schloss.