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Architektur: Stein in Bewegung

(Februar 2011) In zwei großen Bereichen gab es in den letzten Jahren Innovationen für Naturstein: Zum einen wurde er immer dünner, bis nur noch Millimeterstärke erreicht hatte. Zum anderen wurden die Platten immer größer, so zum Beispiel bei Fliesen. Kürzlich erschloss eine deutsche Firma dem Stein ein weiteres Aktionsfeld: das Material in Bewegung.

Die Kirchheimer Kalksteinwerke haben eine Technologie entwickelt, mit der sich Lamellen aus Stein drehen lassen. Damit kann man per Knopfdruck zum Beispiel aus einem Raumteiler einen geschlossenen Sichtschutz machen. Genauso kann eine mit Steinlamellen gestaltete Fassade bei starkem Sonnenschein verschattet werden.

In verschiedenen Projekten steht die Technik vor der Realisierung. Sie ist durch ein Europapatent geschützt. Besonderheit sind die Armierungen im Stein. Sie haben die Prüfzeugnisse der deutschen Behörden erhalten.

Vorläufer der Technologie war eine Lamellenverkleidung, die die Kirchheimer Kalksteinwerke für ein Bankgebäude in der Stadt Würzburg entwickelten. Aus Sicherheitsgründen verlangte die Bauaufsicht eine Armierung für die 12 cm breiten Steinleisten, falls zum Beispiel übermütige Leute versuchen würden, an der Fassade hochzuklettern.

Firmenchef Peter Hofmann brachte die Verstärkung auf der Unter- beziehungsweise Rückseite an, so dass sie für den Betrachter nicht sichtbar ist. Je nach den Gegebenheiten handelt es sich um eine V-förmige oder T-förmige Nut, die in den Stein gefräst wird. In sie wird ein Aluminium- oder V-Stahlstab eingesetzt – auch dies je nachdem wie breit und wie schwer die Steinplatte ist.

Damit war praktisch auch die Idee der beweglichen Lamellen geboren. Denn ein Motor kann an diesen Armierungen angreifen. Die Technik stammt aus dem Jalousienbau. Der Motor ist unsichtbar in den Rahmen für das Lamellenelement eingesetzt. Er kann die beweglichen Steinstreifen stufenlos in jede Drehposition fahren.

Im Prototyp sind die Lamellen 2 m lang, weil dies bei Muschelkalk die maximale Größe ist. Größere Maße sind bei anderen Steinsorten möglich, ebenso andere Breiten für die Zwischenräume zwischen den Leisten. Denkbar sind auch Fensterläden aus Stein, denn die Lamellen lassen sich nicht nur waagerecht, sondern auch senkrecht anbringen.

Die Kirchheimer Kalksteinwerke produzieren in eigenen Steinbrüchen den Muschelkalk gleichen Namens. Ihre Produktpalette reicht von Treppenstufen über Bodenbeläge und Fassaden bis hin zu künstlerischen Objekten.

Kirchheimer Kalksteinwerke (KKW) (deutsch)

Fotos: Kirchheimer Kalksteinwerke

Fassaden in Bewegung:

Ned Kahn: 1, 2, 3, 4

Ligo Wave Wall

Flare

Aperture Facade Installation