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Kunst: Marmor für die Mini-Fußböden

(April 2011) Es ist ja nicht so, dass wir zu allen Themen unseren Senf dazugeben müssen. Aber zu einigen doch. Zum Beispiel zu der Heirat in der britischen Royal Family, die am 29. dieses Monats stattfinden soll. Nicht dass BusinessStone.com nun ein Blatt für Geschichten aus dem Jetset wird. Aber das Thema „Royals“ hat durchaus steinerne Aspekte.

Da ist zum Beispiel jenes berühmte Puppenhaus der Königin Mary, in dem es reichlich echten Marmor gibt. Entworfen hatte es der Architekt Sir Edwin Lutyens im Stil einer fürstlichen Residenz, und ausgeführt wurde es in einer Zusammenarbeit der besten Handwerker und Künstler von 1921 bis 1924.

Es war nie als Spielzeug gedacht, sondern sollte den Lebensstil der britischen Aristokraten im Maßstab 1 Fuß zu 1 Inch darstellen. Berühmte Details des Kunstwerks mit 1,52 m Höhe und 4,5 t Gewicht sind zum Beispiel im Weinkeller die intakten Miniflaschen oder in der Küche die Mäuse in der Falle, von einer Keramikkatze misstrauisch beäugt. Von den funktionierenden Aufzügen und der Wasserspülung ganz zu schweigen.

Im Foyer gibt es aus feinem Marmor einen prächtigen schwarz-weißen Fußboden, einen Treppenaufgang und Wände. Im Badezimmer des Königs kamen ebenfalls noble Steinsorten zur Verwendung.

Gerade ist ein Buch über das Puppenhaus erschienen („The Queen’s Dolls’ House“, Lucinda Lambton, Royal Collection Publications, 12,95 £, ISBN 978-1-905686-26-1).

Zur Westminster Abbey, gegründet im Jahr 960, wo die Trauung stattfinden soll, sind schon Bücher geschrieben worden. Wer von unseren Lesern zur Zeremonie geladen ist, sollte nicht versäumen, sich das Chapter House anzuschauen. Berühmt ist seine außergewöhnliche Raumwirkung, geschaffen mit einfachsten architektonischen Mitteln in Stein. Es wurde kürzlich restauriert.

In der hinter dem Hochalter gelegenen Kapelle Eduard des Bekenners befand sich ehemals der Stone of Scone, eine dicke Sandsteinplatte mit einer langen Geschichte voller Mythen. Ehemals war er als Sitzfläche in den Krönungsstuhl der schottischen Herrscher integriert. 1297 raubte ihn der englische König und brachte ihn nach London. 1996 wurde er offiziell an Schottland zurückgegeben.

Er befindet sich seitdem im Schloss Edinburgh, soll aber künftig für Krönungen kurzzeitig nach London reisen. Der Stein gilt als heute ein Symbol für die Einheit der Königreiche England und Schottland, schreibt Wikipedia.

Besichtigt werden kann das Puppenhaus im Windsor Castle

Fotos vom Puppenhaus

Westminster Abbey

Restaurierung des Chapter House

Stone of Scone