www.stone-ideas.com

Kunst: Segel in Stein

(Juni 2011) Bezeichnen wir ihn als Segelmacher, auch wenn er Steinbildhauer ist. Schließlich tragen zwei seiner Arbeiten aus den beiden letzten Jahren den Titel „Voile“ („Segel“), und auf die wollen wir uns hier beschränken. Die Rede ist von Philippe André, Künstler aus Frankreichs Bretagne.

Dass man in dem größeren der beiden Kunstwerke mit gut 8 m Höhe und knapp 20 t Gewicht nicht zwingend den Titel wiedererkennt, weiß auch der Künstler. Insofern schreibt er selbst, dass man darin zum Beispiel „auch die Kraft und den Elan einer Welle oder das Aufpeitschen einer Woge sehen kann“. Das überzeugte auch den Auftraggeber für das Werk, die Großbank Crédit Agricole mit ihrem Sitz in Saint-Brieuc-Ploufragan.

Einen Rohblock in passender Größe und Materialbeschaffenheit fand er bei der Firma Granitos de Maceira in Portugal. Ein halbes Jahr arbeitete ein Steinmetzteam in Frankreich daran: es ging um die Linien, die der Skulptur Dynamik und Bewegung geben, ebenso um Details, die bestimmte Schattenwürfe auf der Oberfläche erzeugen.

Eine Besonderheit sind die „Kristalle“, wie André die Glasblöcke nennt, die er an der Spitze des monumentalen Zahns eingesetzt hat: je nach Sonnenstand lassen sie das Kunstwerk regelrecht blitzen.

Das Ganze wird von einem Betonsockel getragen. Dessen Oberfläche ist mit dicken Steinplatten belegt, die an die sanfte Bewegung eines ruhigen Meeres erinnern.

Vorbild für die Arbeit für das Geldinstitut war ein ähnliches Segel, das André für die Gemeinde Saint-Symphorien-sous-Hédé in der Nähe erstellt hatte. Es ist ein Denkmal für den Frieden. Hier beträgt die Höhe 4 m. Das Material stammt ebenfalls von Granitos de Maceira.

Erwähnen wollen wir noch den Berufsweg des Künstlers: Ursprünglich war er Karosseriebauer bei Renault, machte dann eine Lehre als Steinmetz, arbeitete im Steinbruch und sattelte 1977 um als Künstler.

Sein bevorzugtes Material ist der Granit. Engagiert ist er auch in der Ausbildung am Stein.

Philippe André (französisch)

Granitos de Maceira

Fotos: Philippe André