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Miszellen: Erichs Lampen in Stein an die Schlossfassade?

(Juni 2011) „Zeitgenössische Figuren und Symbole“ in die Fassade des Berliner Stadtschlosses aufzunehmen ist eine ganz neue Idee. Sie stammt von der Grünen-Politikerin Franziska Eichstädt-Bohlig, geäußert dieser Tage in einem Interview mit Inforadio. Darin kritisierte die Kulturbeauftragte der Partei, dass die aktuellen Planungen, die eine Wiederherstellung des barocken Fassadenschmucks aus Naturstein vorsahen, schwerfällig daherkämen und wünschte sich, „dass (es) etwas witziger wird“.

Eines solches modernes Thema für die Fassade könnte der ehemalige Palast der Republik sein, so Eichstädt-Bohlig. Den hatte die DDR am Schloss-Standort errichtet, nachdem sie dort nach dem Krieg die Reste des Hohenzollern-Baus gesprengt hatte. Der Palast der Republik war im Volksmund unter Bezug auf Erich Honecker als „Erichs Lampenladen“ verspottet worden. Das Gebäude war nach der Wende für den Wiederaufbau des Schlosses abgerissen worden. Es soll nun, wie der Bundesstag beschlossen hatte, unter dem Namen „Humboldt Forum“ Museen und die Berliner Landesbibliothek beherbergen.

Eichstädt-Bohlig regte in dem Interview an, dass man „vielleicht einen Wettbewerb“ über neue Fassadenelemente durchführen könnte.

Von den Rahmenbedingungen her wäre die Idee prinzipiell realisierbar. Denn die Fassade wird, anders als das Gebäude selbst, von privaten Spendern finanziert. Bislang ist es dem dafür gegründeten Verein jedoch nicht gelungen, die veranschlagte Summe von 80 Millionen € zusammenzubringen. Die neue Idee könnte zusätzliche Geldgeber einwerben und zudem die bisherigen Kritiker an dem Wiederaufbau mit dem Projekt aussöhnen.

Zu der Frage, ob in Sachen Fassadenschmuck alt und neu gemischt werden darf, verweisen wir auf die National Cathedral der USA in Washington D.C.: Dort gibt es ganz oben Darth Vader aus dem Film Krieg der Sterne als Wasserspeier. Die Idee dafür stammt aus einem Kinderwettbewerb, den das Magazin National Geographic ausgeschrieben hatte. Leider ist der Mann mit der schwarzen Maske von unten nur mit dem Fernglas zu sehen.

Einen Vortrag zum Stand der Dinge beim Berliner Schloss gibt es auf der Stone+tec am 24. Juni, 13.30-14.30 Uhr, in Halle 1, Forum, Stand 1-256.