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Märkte: man möchte Einkäufer sein

(März 2012) Man möchte Einkäufer sein in diesem Jahr. Denn auf der Marmomacc in Verona hatten die italienischen Steinfirmen schon erklärt, dass sie mehr exportieren wollen, und der spanische Verband hatte sich ebenfalls entsprechend geäußert. Der Grund dafür ist die schwache Nachfrage im eigenen Land.

Nun muss auch die Türkei stärker als bisher in den Export einsteigen. Denn ihr sensationelles Wirtschaftswachstum von über +7% wird in diesem Jahr rapide zurückgehen, entweder auf +4%, wie der türkische Wirtschaftsminister schon ankündigte, oder gar auf +2%, wie der Internationale Währungsfonds schätzt. Die bisher starke einheimische Nachfrage muss im Export wettgemacht werden.

Und schließlich: der Riese auf der Südhalbkugel, Brasilien, spannt die Muskeln: Dem Landesverband Abirochas stehen für die kommenden 12 Monate 4,1 Millionen R$ (umgerechnet 1,79 Millionen €, 2,376 Millionen US-$) zur Verfügung, um die eigenen Steine weltweit zu vermarkten. Das wurde am Rand der Messe in Vitória mitgeteilt.

Gleichzeitig aber tun sich neue Märkte auf: in Afrika entwickeln sich einige Länder hoffnungsvoll, Indonesien hatte bislang kaum jemand im Blick, die Länder der ehemaligen Sowjetunion zeigen Wachstum und (fast) ganz Lateinamerika steckt voller Power.

Anmerkung 1: Für europäische Firmen besonders interessant könnte Indien werden, mit dem die EU zurzeit ein Freihandelsabkommen erarbeitet.

Anmerkung 2: Auch in den USA scheint der Konsum der Bürger wieder anzuziehen.

Statistik der türkischen Exporte

Zu den türkischen Exportzahlen im vergangenen Jahr, die uns der Verband IMMIB zur Verfügung stellte (siehe Tabellen unten). Gute Zuwachsraten konnten die Exporteure verzeichnen: die Ausfuhren an Naturstein nahmen nach Wert um +6,63% und nach Tonnage um +9,65% im Vergleich zum Vorjahr zu. In Zahlen ausgedrückt waren das 1,675 Milliarden US-$ beziehungsweise 7,285 Millionen t.

Zwar hat sich damit der sensationelle Exportboom aus dem Jahr zuvor deutlich abgeschwächt (ehemals +26,37% nach Wert und +32,89% nach Tonnage). Dennoch scheint die türkische Steinbranche wieder an ihre langjährigen Wachstumsraten anzuknüpfen.

Bemerkenswert ist die aktuelle Steigerung auch insofern, als der komplette Wegfall von Libyen als mittelgroßem Abnehmer die Statistik nicht verhagelt hat. In diesem Jahr wird Syrien wegfallen.

Ansonsten blieb die Rangfolge der Abnehmerländer praktisch unverändert. China ist nach wie vor mit Abstand der beste Kunde und kauft vor allem Blocks. Überraschend, dass Indien deutlich weniger einkaufte.

Kräftige Steigerungen erzielten die Verkäufe nach Frankreich und Deutschland. Dabei handelte es sich vor allem um Travertin. Diese Steinsorte war ehedem das wichtigste Exportgut der türkischen Branche und scheint wieder an diese Rolle heranzukommen.

Auch in den USA stieg der Absatz an Travertin. Großbritannien war schwach.

Richtig gut liefen die Verkäufe nach Russland und nach Aserbaidschan. Beide Länder kauften vor allem Marmor.