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Miszellen: „steinerne Klassiker“ – aus Stein, aber nicht gemeißelt

(Mai 2012) Kommt die Rede auf Klassiker, denkt man an in der deutschen Literatur an Namen wie Goethe und Schiller und in der Musik an Mozart, Haydn und Beethoven. Doch es gibt gewissermaßen auch „Klassiker“ der Mineralogie, und denen widmet sich die Ausstellung „Klassiker – deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale“ in Jena. Gemeint sind damit die Erzvorkommen, die in deutschen Landen über Jahrhunderte ausgebeutet wurden.

Eines der bekanntesten und ältesten dieser Bergbaugebiete liegt im Rammelsberg im Harz. Dort wurden bereits im 3. Jahrhundert nutzbare Minerale gewonnen. Vor allem Blei, Zink und Kupfer holten die Bergleute aus den Stollen. Auch im Siegerland bauten Bergleute seit dem Mittelalter Eisenerz ab und verhütteten es an Ort und Stelle. Weitere Klassiker, die in der Ausstellung vorgestellt werden, liegen etwa im Schwarzwald und im Erzgebirge.

Auch weniger bekannte Erze und ihre Vorkommen präsentieren die Ausstellungsmacher. So wurde etwa im Thüringer Schiefergebirge Molybdänit gesucht und gefunden. Das daraus gewonnene Molybdän dient der Industrie als Schmiermittel. Sogar Bauteile für die Raumfahrt werden daraus hergestellt.

Trotz der langen Tradition des Erzbergbaus in Deutschland sind inzwischen nahezu alle Minen geschlossen. „Zwar konzentrieren wir uns innerhalb der Ausstellung auf die mineralogischen Aspekte, aber durch die enge Verbindung mit dem Abbau der Erze erfahren die Besucher auch ein Stück weit deutsche Bergbaugeschichte“, sagt Dr. Birgit Kreher-Hartmann, Kustodin der Mineralogischen Sammlung und Organisatorin der Ausstellung.

Ausstellung „Klassiker – deutsche Erzlagerstätten und ihre Minerale“, bis zum 2. November montags und donnerstags 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung, in der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sellierstraße 6.