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Rohblöcke als Produkt, Naturstein-Design fürs Marketing

„Aerial“ nannten die Designer Bjørn van den Berg & Falke Svatum ihre Lampe mit einem Fuß aus Lundhs Blue.

Die norwegische Firma Lundhs kooperiert mit Gestaltern, um ihr Material den Endverbrauchern und Architekten näher zu bringen

Die Firmen der Natursteinbranche stehen anderen Wirtschaftszweigen in nichts nach, wenn es um Kreativität beim Marketing für die eigenen Produkte geht. Wir haben kontinuierlich über besondere Fälle berichtet (siehe unten). Das neueste Beispiel kommt aus Norwegen von der Firma Lundhs, dem wohl größten Produzenten von Rohblöcken dort.

Auf das Feld des Produktdesign hat sich die Firma begeben: auf der Ventura Lambrate im Rahmen der Milan Design Week zeigte sie Alltagsgegenstände mit ihrem Naturstein Larvikit. Benannt sind diese Gesteine nach der Stadt in Norwegen. Auffallend ist der hohe Anteil an Glimmer, der sie bei polierter Oberfläche geheimnisvoll schimmern lässt.

Das Ziel des Ausflugs ins Produktdesign umreißt Geschäftsführer Thor-Anders Lundhs Håkestad: „Wir wollen die Endverbraucher und auch die Profis wie Architekten oder Designer inspirieren. Dafür zeigen wir neue Wege, wie sich unsere Steine verwenden lassen.“

„Sfera“ ist ein Dekorationsobjekt von Kristine Bjaadal, zur Hälfte aus Lundhs Blue...... und Eschenholz. Fotos: Lasse Fløde

Der Ausflug ins Produktdesign hat eine Vorgeschichte: vor einigen Jahren traten Designer an Lundhs heran, um die Steine der Firma zu verwenden. Daraus entwickelten sich Kooperationen. In diesem Jahr war Lundhs Teil der Präsentation in Mailand unter dem Namen „Structure”, wo 26 Designer aus Norwegen zusammen mit heimischen Firmen ihre Ideen zeigten. Beteiligt an der Aktion war der Designerverband Klubben und das Norwegian Centre for Design and Architecture. Kurator war das Studio Kråkvik & D’Orazio.

Eingebunden sind diese Initiativen in das Programm „Design Driven Innovation“, für das Norwegens Regierung Gelder aus dem Ölreichtum des Landes bereitgestellt hat.

Seit einigen Jahren schon zeigt sich Lundhs in der Szene der Kreativen. „Wir fingen 2004 an, indem wir einen massiven Block auf der Messe 100% Design in London zeigten“, sagt Thor-Anders. Damit zielte man auf den Markt für Küchenarbeitsplatten dort. Inzwischen war man auch bei den Präsentationen „100% Norway“ in London dabei.

„Einige der Design-Stücke aus Mailand und weitere brandneue Entwürfe werden jetzt in New York in der Schau ,Wanted Design’ gezeigt”, kündigt Thor-Anders an.

Aber: Lundhs ist doch ein Hersteller von Blöcken – wie hat die Firma denn die Entwürfe der Designer produziert?

Für „Norwegian Materials“ fotografierte Martin Solem die Steinsorten Lundhs Marina und Lundhs Blue und druckte die Bilder auf Kissen.

Kooperation mit den eigenen Kunden ist das Zauberwort, in diesem Fall mit der italienischen Firma Nikolaus Bagnara: „Wir haben seit vielen Jahren mit Bagnara zusammengearbeitet, und wir wissen, dass die die Maschinen und das Knowhow haben, solche Produkte herzustellen”, erläutert Thor-Anders.

Lundhs

Fotos: Siren Lauvdal

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(08.07.2016)