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Chinesische Touristen kaufen in der Schweiz die Läden mit den teuren Uhren leer

Unsere Fotos stammen aus einem Projekt, das zum Thema passt: sie zeigen das neue „Drubba Village“ in Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Dort werden Kuckucksuhren und hochwertige Markenuhren hauptsächlich an asiatische Kunden verkauft.
Stone-Ideas.com meint: die Zeit ist reif, mit mehr als nur Naturstein-Rohblöcken auf Chinas Märkte zu gehen

Update: Shaun Rein Managing Director of China Market Research Group at CFO Summit 2016 (New Zealand) about the boom in private consumption in China (Video)

Im Juni dieses Jahres hatten wir eine Stellungnahme des chinesischen Naturstein-Verbands veröffentlicht. Darin hatte die China Stone Material Association (CSMA) unerwartete Thesen aufgestellt: unter anderem hieß es, dass im Land die Nachfrage nach Stein speziell für die Ausgestaltung privater Villen zunehmen und dass ebenfalls der Import von hochwertigen Endprodukten ansteigen werde (siehe Link).

Wir haben nun einen Wirtschaftszweig ausfindig gemacht, an dem sich außerhalb von China die Konsumlust der Chinesen erleben lässt: Es handelt sich um die Uhrenindustrie vor allem der Schweiz.

Dort kann man in Städten wie Interlaken oder Luzern und Bern täglich dasselbe Schauspiel erleben: es kommen Busse voll mit chinesischen Touristen, die nach dem Aussteigen unverzüglich in den Uhrengeschäften in den Einkaufsstraßen verschwinden.

Dort wartet auf sie ein spezielles Verkaufspersonal.

Insider berichten, dass erstens die Gäste hauptsächlich Luxusware ab circa 5000 Schweizer Franken pro Uhr und gerne gleich mehrere Exemplare davon kaufen. Mancher der Touristen ist offenbar auch für die Familie oder für Freunde auf Einkaufstour.

Warum aber kaufen die chinesischen Gäste nicht in den Shopping Malls zuhause ein, wo die Luxusmarken rund um Rolex oder Omega usw eigene Vertretungen haben?

Ippolito Fleitz Group: „Drubba Village“.

In Artikeln der Schweizer Presse werden zwei Gründe genannt: Erstens wollen die Chinesen die heimische Importsteuer für Luxuswaren von über 30% umgehen. Denn einer Uhr, die beim Rückflug am Handgelenk getragen wird, kann niemand ansehen, dass sie im Hotel noch in der Originalverpackung steckte.

Zweitens hätten die Chinesen Angst, zuhause mit Fälschungen betrogen zu werden.

Im Moment habe sich der Kaufrausch allerdings etwas abgeschwächt. Als Gründe dafür nennen Schweizer Zeitungen die Anti-Korruptions-Kampagne in China und neue Visa-Bestimmungen.

Von ernsten Zukunftssorgen der Schweizer Uhrenhändler war aber bisher nichts zu lesen.

Daraus und aus den Thesen der CSMA kann man folgern, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um auch mit Natursteinprodukten aus dem Westen nach China zu gehen.

Wobei zu beachten ist, dass diese Waren zertifiziert sein müssen. Dann, so kann man vermuten, nehmen die Kunden in Fernost auch die knapp 25% Einfuhrsteuer auf Steinplatten hin.

Ippolito Fleitz Group: „Drubba Village“.

Unsere Fotos stammen aus einem Projekt, das zum Thema passt: sie zeigen das neue „Drubba Village“ in Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Dort werden Kuckucksuhren und hochwertige Markenuhren hauptsächlich an asiatische Kunden verkauft. Verschiedene Hersteller haben sich in diesem Showroom zusammengetan.

Da die Kunden aus Fernost wenig Zeit haben, hat das renommierte deutsche Architekturbüro Ippolito Fleitz Group die Ausstattung auf Übersichtlichkeit hin ausgerichtet: mit nur einem Blick kann der Besucher die Verteilung der Marken an den Wänden erfassen. Der Boden mit Keramikfliesen bietet einen Ruhepunkt.

In der Raummitte gibt es eine Cafébar und eine Uhrmacherwerkstatt, wo mechanische Meisterwerke und hochwertige Wanduhren präsentiert werden.

Den Schwarzwald selbst haben die Architekten mit 4362 Stäben aus Fichtenholz in sanften Wellen an die Decke geholt.

Stellungnahme der China Stone Material Association (CSMA)

Ippolito Fleitz

Fotos: Zooey Braun

Ippolito Fleitz Group: „Drubba Village“.

(24.10.2016)