www.stone-ideas.com

Statistisch gesehen, stieg die Profitabilität der Natursteinfirmen im Jahr 2015 deutlich an

Dr. Carlo Montani. Foto: Ennevi / Marmomacc

Dr. Carlo Montani hat seinen Zahlenreport „Report marble and stones in the world“ für 2015 vorgelegt / 2016 begann mit erblichen Einbrüchen im Export

Zuerst die schlechten Nachrichten: das laufende Jahr 2016 hat für die Steinbranche schlecht begonnen, da alle großen Player in den ersten 6 Monaten erhebliche Rückgänge bei den Exporten verzeichneten. Italien lieferte laut Statistik der IMM Carrara nach Wert um -3,27% weniger Steinprodukte ins Ausland (-8,5% nach Tonnage) und negative Tendenzen vermelden auch Länder wie die Türkei und Brasilien.

Der Grund liegt vermutlich vor allem darin, dass China wegen der Abkühlung seines Wirtschaftswachstums weniger Stein einkauft.

Im Folgenden die guten beziehungsweise die weniger schlechten Nachrichten. Sie stammen aus dem Jahr 2015, und wir haben sie Dr. Carlo Montanis Statistik-Jahrbuch „XXVII Rapporto marmo e pietre nel mundo 2016 / XXVII Report marble and stones in the world 2016“ entnommen, das wie immer zweisprachig (italienisch und englisch) erschienen ist und auf der Marmomacc vorgestellt wurde.

Positiv war: die Profitabilität der Steinfirmen stieg im Jahr 2015 gegenüber 2014 signifikant an: Im internationalen Handel [international exchange] wurde mit einer reduzierten Tonnage (- 6,9%) ein deutlicher Anstieg des Umsatzes pro Einheit (+7,5%) erzielt.

Montani interpretiert das als eine zunehmende unternehmerische Professionalisierung der Branche.

Die Gesamtsumme des internationalen Handels belief sich auf nahezu 23 Milliarden US-$.

Auch die weiteren Nachrichten aus dem Jahrbuch sind nicht wirklich zum Jubeln. Weltweit wurde zwar mit 286,2 Millionen t wieder mehr Rohmaterial (+2,5%) aus den Brüchen geholt. Daraus konnten aber nur 140 Million t verwertbare Blöcke gewonnen werden. Nach der weiteren Verarbeitung blieben in Form von Endprodukten nur 82,6 Millionen t übrig.

Gut dass die Konkurrenz diese Zahlen bisher nicht benutzt.

Schlecht dass die Steinbranche sich so wenig darum bemüht, aus ihrem Rohmaterial mehr als nur möglichst große Platten für Fassaden oder Küchen herzustellen.

Montani plädiert deshalb engagiert dafür, dass die Branche sich von alten Gewohnheiten lossagt und mit Technik und Kreativität Abfall gar nicht erst entstehen lässt.

Lichtblick in Montanis Statistik ist seit Jahren der Anstieg des Natursteinverbrauchs pro Kopf.

Lichtblick in Montanis Statistik ist seit Jahren der Anstieg des Natursteinverbrauchs pro Kopf.

Ein weiterer Lichtblick ist der Technologiebereich. Italien ist hier eindeutiger Marktführer mit einem Marktanteil von gut 2 Dritteln in Europa und einem Viertel weltweit. Das Land exportierte Technik-Waren im Wert von 780 Millionen Euro. Der Durchschnittswert pro Einheit lag bei 1112 Euro.

In dem Buch finden sich zahlreiche Details zu einzelnen Ländern, zum Beispiel zum Wohnungsbau. Es kann als Print beim Verlag für 35 € bestellt werden. Im Download als pdf kostet es 20 €.

XXVI Rapporto marmo e pietre nel mundo 2015 / XXVI Report marble and stones in the world 2015“, Dr. Carlo Montani, Aldus Casa di Edizione, Carrara

IMM Carrara (italienisch)

Tabellen: aus dem Buch.

(12.11.2016)