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Kolonnaden vor dem Berliner Stadtschloss: vielleicht noch ein Naturstein-Großprojekt

Berliner Stadtschloss und Nationaldenkmal um 1900. Das Denkmal des Kaisers stand aus dieser Perspektive hinter den Kolonnaden. Foto: Wikimedia Commons

Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird 18,5 Millionen € für die Säulenreihe bereitstellen

Das wird vielleicht nochmal ein Großauftrag für die Natursteinbranche: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat beschlossen, 18,5 Millionen € für den Wiederaufbau der Kolonnaden am Spreeufer vor dem künftigen Humboldtforum bereitzustellen, wie die Berliner Morgenpost meldet.

Diese Säulenreihen bildeten ehemals den Rahmen für das Nationaldenkmal, das Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross zeigte.

Derzeit gibt es nur noch den Sockel der Anlage, kaum zu erkennen als eine in den Verlauf der Spree hineingeschobene Wand.

Das Stadtmodell, zu sehen in der Humboldtbox, zeigt links vom Schloss das ehemalige Einheitsdenkmal mit den Kolonnaden dahinter. Auf der anderen Spreeseite angeschnitten Schinkels Bauakademie mit der Backsteinfassade.

Zuletzt sollte auf diesem Sockel ein modernes Einheits- und Nationaldenkmal errichtet werden, eine als „Einheitswippe“ verspottete breite Fläche, die Besucher durch gemeinsame Bewegungen zum Kippeln bringen konnten. Das Projekt wurde zuletzt gestoppt, weil die Verantwortlichen ausufernde Kostensteigerungen befürchteten.

Dem Wiederaufbau der Kolonnaden muss aber noch der Berliner Senat zustimmen. Die Morgenpost meint dazu, der Beschluss sei eine Revanche des Bundes an die Adresse der Berliner Landesregierung. Die Berliner hatten nämlich die Verlegung des Neptunbrunnens zurück zum Schloss abgelehnt, obwohl der Bund dafür 10 Millionen € geben wollte.

Auch den Wiederaufbaus der Bauakademie von Friedrich Schinkel hat der Haushaltsausschuss beschlossen und dafür 62 Millionen € bereitgestellt. Das Gebäude gilt als Webweiser in die moderne Architektur. Es lag am Ufer gegenüber am Schinkelplatz. (pebe)

Berliner Morgenpost

(13.11.2016)