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„286 Millionen Jahre“: Teppiche aus Onyx von Jean Nouvel

Jean Nouvel, Citco: „286 million years“. Bilder: Citco

Das Musée des Arts décoratifs in Paris zeigt bis 12. Februar 2017 Design-Arbeiten des Pritzker Preisträgers

Eine außergewöhnliche Einladung hatte das Musée des Arts décoratifs in Paris an den Architekten Jean Nouvel ausgesprochen: er dürfe in dem renommierten Kunstmuseum seine Arbeiten als Möbeldesigner nicht nur ausstellen, sondern diese Ausstellung auch selber konzipieren.

Neben seinen bekannten Möbelstücken, die wegen ihrer klaren Linien und dem Verzicht auf jeden Schnickschnack gerne als „Zero Design“ (Null Design) bezeichnet werden, brachte Nouvel aber dann ein ganz neues Produkt mit, das an Opulenz kaum zu überbieten war: Es sind 2, nun ja: Teppiche ganz aus Onyx mit dem Titel „286 Millionen Jahre“.

Jean Nouvel, Citco: „286 million years“.

Meisterlich hat die italienische Firma Citco die Strukturen des Red Kilimanjaro Onyx zusammengefügt, so dass der Betrachter meint, entlang einer Wand im Canyon in die Tiefe zu schauen oder aus der Höhe auf eine besondere Landschaft zu blicken.

Jean Nouvel, Citco: „286 million years“.

Für ein Möbelstück ist das ein sehr unübliches Design (und ein Teppich ist eigentlich auch gar kein Möbel). Aber die ganze Ausstellung (noch bis zum 12. Februar 2017 zu sehen) spielt mit Gegensätzen. Denn Nouvels moderne Möbel stehen Objekten vom Mittelalter bis in die Abteilung Werbegrafik gegenüber – und die Kontraste sind teilweise, milde gesagt: heftig.

Wahrscheinlich war die Idee von Nouvel, elementare Fragen des Daseins zu stellen: Was bleibt? Was wird über die Zeitläufte verändert und wie wird etwas verändert?

Bei diesem Onyx, entstanden im Jura vor rund 150 bis 200 Millionen Jahren, springen diese Fragen dem Betrachter ins Auge.

„Jean Nouvel, mes meubles d’architecte“: Equilibrist, 2014, Artemide. Fotos: Musée

Jean Nouvel formulierte die Verwandtschaft zwischen Architektur und Produktdesign so: „Ich habe meine Möbel und meine Objekte immer als kleine Architektur betrachtet… als Architektur für Innenräume… als Architektur für die Hosentasche.“

„Jean Nouvel, mes meubles d’architecte“: Coffee Cylinder, 2003, Museo Alessi.„Jean Nouvel, mes meubles d’architecte“: Milana, 1995, chauffeuse, Editions Sawaya & Moroni.

Die Arbeiten mancher Designer nannte er „schwatzhaft“. Seine Möbel hingegen sollten „wortkarg“ sein. Die Funktionalität war ihm immer mindestens genauso wichtig wie das Erscheinungsbild (die Form). Deshalb fasste er seine Meinung zu seiner Großen wie der Kleinen Architektur folgendermaßen zusammen: „Sinn und Sensibibilität“ („faire du sens et du sensible“).

Citco kooperiert seit einigen Jahren mit weltbekannten Architekten und lässt diese für die Marke Citco Privée Design-Ideen in Naturstein realisieren. Bei der Präsentation auf der Messe Salone del Mobile in Mailand 2016 wurden unter anderem Arbeiten von Zaha Hadid und Daniel Libeskind gezeigt.

Jean Nouvel, mes meubles d’architecte“, Musée des Arts décoratifs, bis 12. Februar 2017

Citco

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Fotos: Citco

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(07.01.2017)