www.stone-ideas.com

Pirgon-Marmor: Naturstein als Anlass für Assoziationen und Gedankensprünge

Steinbruch des Pirgon Marmors.

Die griechische Stone Group International (SGI) macht das Marketing für ihren neuen Marmor wieder mit einem ungewöhnlichen Konzept

Angesichts der Tatsache, dass die Keramikhersteller Marmor, Granit usw immer perfekter kopieren, muss die Natursteinbranche ihren Originalen mehr mitgeben, als bloß ein Material zu sein. Die griechische Stone Group International (SGI) hatte schon 2014 ihren Sorten eine emotionale Botschaft angedichtet, nämlich zu den Steinen die alten Mythen erzählt, die in der Umgebung der Steinbrüche spielten. Nun kommt das Unternehmen für seinen Pirgon-Marmor mit einem ebenfalls aufwändigen Konzept heraus: die 6 Sorten werden mit Erscheinungen der Natur verknüpft, und umgesetzt ist das Ganze in einem ausgefeilten graphischen Konzept.

Das klingt vage, und so ist es auch. Denn es geht nicht im Information, sondern um Emotion oder Inspiration: im Kopf des Kunden sollen einfach nur Gedankenblitze in Gang gesetzt werden, die zu Kaufentscheidungen formen.

Folder mit Informationen zum Pirgon Marmor.

Konkret sind die 6 Sorten mit Erscheinungen des Wassers verknüpft, zum Beispiel Regen, Dunst, den großen Wasserströmen oder dem Gletschereis. Zwar hat Naturstein nun mit H20 wirklich nichts zu tun – aber die Bezüge, die in dem Konzept hergestellt werden, lösen ohne Zweifel Assoziationen aus, die man wahrscheinlich im Gedächtnis behält.

Pirgon „Nimbus“.Pirgon „Nimbus“.

Bei der Sorte „Nimbus“, benannt nach dem lateinischen Wort für Regenwolke oder Regensturm, geht’s in die Meteorologie. Von den senkrechten Strichen, die ein kräftiger Gewitterguss für eine Weile zwischen Himmel und Erde zeichnet, kommt man über wilde Gedankenketten zu einer Gottheit, die sich kurz in der Atmosphäre zeigt.

Oder „Alas“, angelehnt an das griechische Wort für Salz. Gemeint ist das Delta der Flussarme. Über die Sedimente im Unterlauf der Flüsse spannt die Firma einen Bogen in die Geologie und kommt damit schließlich wieder beim Marmor an.

„Ebru Arabesque“ schlägt den Bogen zur Kunst: die alte Ebru-Maltechnik des Orients bringt die wolkigen Strukturen von Marmor aufs Papier. In der Beschreibung von SGI tauchen am Ende sogar Neutrinos auf und wird die „leidenschaftliche Spiritualität“ des Steins angesprochen.

Solcherart frei fliegende Gedankengänge mögen nicht jedermanns Sache sein. Allerdings sind sie kombiniert mit einer klugen grafischen Gestaltung, die für jede Steinsorte den Wasser-Aspekt grafisch andeutet. Das können einfache Linien wie die Schnüre des Gewitterregens sein, auch Kreuze oder Kombinationen verschiedener Symbole.

Auf jeden Fall ist auch das etwas, was sich im Kopf des potenziellen Kunden festsetzen kann.

Zuletzt ist das Ganze klug verpackt: Es gibt eine Art von Ordner, von einem breiten Gummi umgeben - unverkennbar der Anklang an Maler, die auf diese Art gerne ihre Präsentationsmappen mit sich tragen. Außen auf der Mappe findet man die Symbole für die Steinsorten.

Zuletzt ist das Ganze klug verpackt: Es gibt eine Art von Ordner, von einem breiten Gummi umgeben – unverkennbar der Anklang an Maler, die auf diese Art gerne ihre Präsentationsmappen mit sich tragen.

Außen auf der Mappe findet man die Symbole für die Steinsorten, von denen innen jede einen eigenen Folder hat. Es gibt ein wenig Text, ein Rendering des Steins in einem Gebäude und ein separates Blatt wieder mit dem Symbol.

Die verwendeten Papiersorten sind teuer, wenn auch nicht edel, und lassen ahnen, dass der Pirgon-Marmor aus einem irdenen Steinbruch stammt und eben nicht vom hohen Himmel fällt.

Schließlich: Dieser Steinbruch (siehe Foto ganz oben) ist ebenfalls Teil des Marketingkonzepts und zierte schon auf vielen Messen den Stand der Firma. Er hat eine unglaubliche Produktionskapazität von 140.000 t pro Jahr und verfügt über rund 20 km interne Wege.

Steinbruch des Pirgon Marmors.Steinbruch des Pirgon Marmors.

Das Foto betont, wie behutsam die Firma dem Berg zu Leibe rückt: die 26 Ebenen des Bruchs wirken wie pure Geometrie oder grafische Gestaltung, die der Mensch bei seinem Tun der Landschaft mitgibt.

Der Stand der Stone Group International auf der Marmomacc 2016.

Das Konzept stammt von der Marketing-Abteilung der Firma in Kooperation mit dolphins//communication design.

Stone Group International (SGI)

dolphins//communication design

Bilder: SGI

(19.01.2017)