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Premio Henraux: Walknochen, ein Schlauchboot und eine Welle

Daniele Guidugli: „Moby Dick (Vertebra)”.

Der Preis der Fondazione Henraux prämiert außergewöhnliche Arbeiten ausschließlich aus Marmor

Spektakulär waren wieder die Arbeiten der Preisträger für den Premio Henraux des Jahres 2016: diesmal hatten sie allesamt mit dem Thema Meer zu tun und standen damit gewissermaßen symbolisch für die Region Versilia, in der auf kurzer Distanz Marmor-Berge und Mittelmeer zusammenkommen. Wie üblich stellten die Objekte der Künstler die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten mit diesem Naturstein aus der Region nahe Carrara unter Beweis.

Daniele Guidugli: „Moby Dick (Vertebra)”.

Den 1. Preis errang Daniele Guidugli für sein Werk „Moby Dick (Vertebra)”, übersetzt etwa: Wirbel von Moby Dick. Inspiriert zu diesen 5 Knochen hatte den Künstler tatsächlich ein solches Skelett. Vielfache Interpretationen sind möglich: gezeigt wird die Vergänglichkeit auch der großen Lebensformen im Gegensatz zur Langlebigkeit des Steins, der Stein gibt den Knochen eine ganz neue Aura…

Kim de Ruysscher: „Canotto“.

Den 2. Preis bekam Kim de Ruysscher für „Canotto“ (Schlauchboot). Aus einem Rohblock von 27 t hatte er ein leckgeschlagenes Schiffchen herausgearbeitet. Der belgische Künstler wollte damit dem Stein unter anderem unsere sehr vergängliche Plastikkultur gegenüberstellen.

Kim de Ruysscher: „Canotto“.

Die Arbeit wurde auch politisch interpretiert: in Presseberichten war von einem Mahnmal für die Flüchtlingstoten im Mittelmeer die Rede.

Mat Chivers: „Newave“.

„Newave“ des Briten Mat Chivers wurde mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Es handelt sich um eine geometrische Grundform aus dem weißen Marmor Statuario di Altissimo und dem schwarzen Nero Marquina. Beim Blick auf die Ober- beziehungsweise die Unterseite sieht man, wie die langen Steinstäbe zusammengefügt sind.

Mat Chivers: „Newave“.

Der ursprüngliche Titel für die Idee war „Polyphonic (what you want to see)” (Vielstimmig – was Sie sehen wollen) gewesen.

Ausgeführt wurden die Arbeiten in den Werkstätten der Firma Henraux unter Mithilfe von Firmenmitarbeitern.

Vergeben wird der Preis alle 2 Jahre für Bildhauerarbeiten ausschließlich in Marmor. Dazu kommt im Wechsel die Aktion „Volarearte“ (vielleicht: Kunstfliegerei), in deren Rahmen derer der Flughafen der Stadt Pisa mit Kunst verschönert wird. Die Fondazione Henraux hat ihren Sitz in der Ortschaft Querceta unweit von Carrara.

Fondazione Henraux

Daniele Guidugli

Kim de Ruysscher

Mat Chivers

Fotos: Premio Henraux

Premio Henraux 2016: (v.l.n.r.) Kim de Ruysscher, Daniele Guidugli, Mat Chivers.

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(27.01.2017)