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Arbeitgeber und Gewerkschaft fordern gemeinsam die Politik auf, die Meisterpflicht für Fliesenleger wieder einzuführen

Zu den Tätigkeiten des Fliesenlegers gehört auch das Verlegen von Natursteinplatten.

Zentralverband Deutsches Baugewerbe und IG Bau: Entscheidung der Bundesregierung aus dem Jahr 2014 war ein „Fehler mit fatalen Folgen“

In seltener Einigkeit haben der Zentralverband Deutsches Baugewerbe und die IG Bau sich für die Wiedereinführung der Meisterpflicht für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks und für weitere Gewerke ausgeprochen. Als „Fehler mit fatalen Folgen“ kritisierten sie die Entscheidung der Bundesregierung aus dem Jahr 2014.

Zwar sie die Zahl der Betriebe seitdem enorm angestiegen, nämlich im Jahr 2015 von 12.401 auf 71.142 Betriebe. Jedoch: „Es sind größtenteils Ein-Mann-Betriebe, da sich jeder ohne Nachweis einer Qualifikation als Fliesenleger selbständig machen kann. Weitere Folge war eine deutliche Reduzierung bei den Ausbildungszahlen, von 3.029 Auszubildenden im Jahr 2004 auf 2.209 Auszubildende im Jahr 2015 (-27 %). Gleichzeitig sank die Zahl der Meisterprüfungen in diesem Zeitraum von 423 auf nur noch 114 bestandene Prüfungen (-73 %)“, heißt es in einer gemeinsamene Erklärung der beiden Verbände.

„Durch die fehlende Meisterqualifikation tummeln sich auf deutschen Baustellen zuhauf einzelne Fliesenleger ohne jede Ausbildung, die sich auch als Kolonnen für Bau- und Ausbauarbeiten aller Art verdingen, so dass Scheinselbständigkeit und Schwarzarbeit verstärkten Einzug in die Branche hielten,“ so Dietmar Schäfers, stellvertretender Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt bei einem Treffen mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Lena Strothmann im Deutschen Bundestag in Berlin.

„Diese einzelnen Fliesenleger ohne Qualifikation bieten ihre Leistungen zu Stundensätzen von deutlich unter 20 Euro an. Sie sind weder an den Tariflohn noch an den allgemeinverbindlichen Bau-Mindestlohn gebunden. Qualifizierte Fliesenmeisterbetriebe, die ihren Mitarbeitern Tariflohn zahlen, Beiträge in die Sozialsysteme abführen und Nachwuchs qualifiziert ausbilden, können mit ihrem Stundenverrechnungssatz von gut 54 Euro nicht mithalten und werden so aus dem Wettbewerb gedrängt.“, so der Vorsitzende des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, Karl-Hans Körner. Daher fordern das Baugewerbe und die IG BAU gemeinsam, dass Selbstständige sowohl kranken- als auch rentenversichert sein müssten

Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt

Quelle: Zentralverband

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(27.04.2017)