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Der Natursteinverbrauch in Deutschland fiel 2016 nach Tonnage um (-)3,6% und nach Wert um (-)6,1%

Die Statistiken belegen einen anhaltenden Preisverfall, der auch die einheimische Produktion betrifft

Die Zeiten sind nicht rosig für Deutschlands Natursteinbranche. Das zeigen die Zahlen, die der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) für das Jahr 2016 vorgelegt hat: nicht nur dass der Inlandverbrauch nach Tonnage um (-)3,6% zurückgegangen ist – obwohl das Land seit einigen Jahren einen anhaltenden Bauboom verzeichnet! Auch sind die Preise in fast allen Bereichen gefallen.

Die Statistik basiert auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes und eigenen Berechnungen des Verbandes.

Reiner Krug, Geschäftsführer des DNV, sieht als einen der Gründe für den Preisdruck die Konkurrenz der Generalübernehmer um lukrative Vorhaben: „Große Aufträge werden von Generalübernehmern ausgeführt, und die üben bei ihrer Konkurrenz um Aufträge einen rabiaten Druck auf die Preise aus.“

Quelle: Deutscher Naturwerkstein-Verband

Vielleicht schlägt sich hier zudem das aktuelle Überangebot an Stein nieder, das wir anhand der Statistiken aus China, der Türkei, Brasilien und Italien ausgemacht hatten.

Bei den Einfuhren von Naturstein mussten die Deutschen jedoch beinahe genauso viel zahlen wie im Jahr zuvor. Das könnte mit der überdurchschnittlichen Bedeutung Italiens als Lieferant zusammenhängen. Das Land hatte nämlich bei seinen Endprodukten aus Stein 2016 wieder kräftige Preissteigerungen erzielen können. Deutschland ist ein wichtiger Abnehmer des „Made in Italy“.

Übrigens: auch die deutsche Keramikindustrie konnte bei den Fliesen für Wand und Boden während der letzten 5 Jahre keine großen Umsatzsteigerungen verzeichnen.

Quelle: Statistisches Bundesamt.

Zum Vergleich: Insgesamt aber setzte die Keramikindustrie rund 5,2 Milliarden € um. In Deutschlands Natursteinbranche wurden 2016 Waren im Wert von 587 Millionen € konsumiert.

Allerdings: All das erklärt nicht, wieso trotz eines Baubooms in Deutschland weniger Naturstein verbraucht wurde (siehe oben).

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind anhaltend positiv: Aktuelle Zahlen sagen einen Anstieg der Bauinvestitionen in diesem Jahr um +2,1% und gar um +3,1% für 2018 voraus.

Das Bruttoinlandprodukt soll um real +1,5% steigern. Für den privaten Konsum werden +1,1 % erwartet, für den staatlichen Konsum +2,6%.

Deutscher Naturwerkstein-Verband (DNV)

(13.08.2017)