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Design: Ideen vom Gestaltungs„campus“

(September 2011) Zehn Ideen von jungen Designern sind noch bis zum 10. Oktober 2011 im Bauhaus-Archiv in Berlin zu sehen: zum Beispiel die Tischlampe „Poetry happens – tools“, für die Fabien Dumas Zollstöcke zweckentfremdet hat. Oder die Rennmaschine der Hildesheimer Hochschule für Angewandte Kunst und Wissenschaft (HAWK), die von einem Akkuschrauber angetrieben wird. Oder die Keramik „Made by them“ von Camille Grandaty, bestehend aus klassischem chinesischem Porzellan mit Schlangenlinien, welche lebende Würmer auf die Oberfläche aufgekrabbelt haben. Oder die Wohnwerkzeuge „Living Tools“ von Yi-Cong Lu.

Exemplarisch stehen die 10 Exponate für das Konzept des DMY International Design Festivals, das jährlich in Berlin stattfindet und aus dessen Exponaten sie ausgewählt wurden: DMY will „ein Campus“ für Ideen junger Designer sein, „die auf den klassischen Messen kein Forum finden würden“, wie Geschäftsführer Jörg Suermann bei der Pressekonferenz zur Ausstellung sagte.

Was viele junge Kreativer dabei anlockt, ist, dass die Standmieten in Berlin im Vergleich zu etablierten Messen gering sind. Das wissen inzwischen auch die Designer mit Namen zu schätzen, so dass das Festival sich zu einer wilden Mischung aus ungehemmtem Ideenspaß und zutiefst ernst gemeintem Produktdesign gemausert hat.

Die im Bauhaus-Archiv ausgestellten Stücke sind die 10 Nominierungen für den diesjährigen DMY-Award, darunter auch die 3 Gewinner des undotierten Preises. Dass das Bauhaus-Archiv sich für die Präsentation zur Verfügung gestellt hat, brachte dessen Direktorin, Dr. Annemarie Jaeggi, mit der Geschichte der Einrichtung in Verbindung: „Das Bauhaus verstand sich als Labor und als ein Ort für neue Ideen, die immer neue Fragen stellten, manchmal provokant waren und mitunter auch in Sackgassen endeten.“

Der ungewöhnliche Name des Festivals geht auf die Nachwuchsszene im ehemaligen Berliner Designmai („Design May Youngsters“) zurück. Seit 2003 gibt es das Festival und seit zwei Jahren hat es sich in den riesigen Hallen des ehemaligen Flughafens Tempelhof etabliert.

Im nächsten Jahr findet es vom 6.-12. Juni wieder dort statt. Die Vorträge am gleichen Ort werden als Themenschwerpunkt Materialien haben. „Wir wollen den Kreativen die Möglichkeit geben in Kontakt mit neuen Materialien und deren Herstellern zu kommen“, so Suermann. Es steht jedoch nicht die Hochtechnik im Mittelpunkt, sondern die Nachhaltigkeit und der zeitgemäße Umgang mit den Stoffen.

Neben der Ausstellung laden während des Festivals über 50 Galerien, Museen und Designinstitutionen in ganz Berlin zu Präsentationen und Events.

Bauhaus-Archiv: „DMY Awards & Jury Selection 2011“, bis 10. Oktober 2011, dienstags geschlossen

DMY International Design Festival

Fotos: privat