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Märkte: ein Netzwerk über die Kontinente

(November 2009) Um die Schaffung eines globalen Dachverbands für die Steinbranche ging es bei einem Treffen während der Marmomacc. Initiiert hatte die Zusammenkunft die Messegesellschaft in Verona. Eingeladen worden war von der europaweiten Organisation Euroroc, dem Dachverband der nationalen Verbände. Knapp 20 Personen waren erschienen, dies mit einem deutlichen Übergewicht der westlichen Welt: neben Vertretern europäischer beziehungsweise US-amerikanischer Organisationen waren nur 2 Vertreter indischer Organisationen anwesend.

Vertreter aus den USA stellten ihre Kampagne „Genuine Stone“ („Echter Stein“) vor, die 2007 startete und seitdem unter anderem ein Markenzeichen (siehe unten), eine Website mit Informationen für den Käufer und eine Marketingaktion in den Medien ins Leben gerufen hat.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich zwei Denkrichtungen bezüglich einer Zusammenarbeit auf globaler Ebene. Die einen wünschten ein weltweites Logo für die Branche, dies um ein Durcheinander unterschiedlicher Markenzeichen zu vermeiden und um umgekehrt eine Art von globaler Identität der Branche zu fördern.

Die anderen sahen die Notwendigkeit für globale Zusammenarbeit eher auf der Ebene von technischen Standards. Hintergrund ist unter anderem, dass derzeit in vielen Ländern die Umweltaspekte der Baustoffe ein Thema sind und die Politik dafür Regeln erlassen wird. Die Steinbranche sollte in globaler Kooperation hierfür Fact Sheets erstellen, damit der internationale Handel nicht durch konkurrierende Vorschriften erschwert wird.

Ein derartiges Thema ist die Environment Product Declaration (EPD). Diese neue Vorschrift der Europäischen Union verlangt, dass demnächst alle Materialien, die in Bauten von Regierungen, Städten oder Gemeinden zum Einsatz kommen, Auskunft geben müssen etwa über den Energieverbrauch bei ihrer Herstellung oder über die Möglichkeit, sie zu recyclen. Euroroc hat gerade eine Studie zu dem Thema in Auftrag gegeben; Australien verfügt bereits über solch ein Punktesystem, Eco Label genannt.

Vereinbart wurde als ein erster Schritt, die Adressen der Anwesenden auszutauschen und so ein Netzwerk zu schaffen. Ein nächstes Treffen soll stattfinden, wenn die Europäer die Ergebnisse ihrer EPD-Arbeiten vorliegen haben. Das könnte in einigen Monaten sein.

 Genuine Stone nennt sich das Logo, das im Rahmen der Marketingkampagne gleichen Namens von der US-amerikanischen Steinbranche ins Leben gerufen wurde. Im Regelfall steht es Firmen zur Verfügung, die Mitglieder der einschlägigen Verbände sind. Möglich ist aber auch, dass sich Unternehmen ohne Verbandmitgliedschaft darum bewerben. Wer das Logo übernehmen will, muss nicht dafür bezahlen. Jedoch wird erwartet, dass er etwas zur Kampagne beisteuert. Die Website der Kampagne nennt die unterstützenden Firmen nicht.

 Naturstein heißt das Logo bei den Europäern, jeweils in die vielen Landessprachen übersetzt. In Deutschland: „NATURStein – jedes Stück ein Unikat“. Ins Leben gerufen wurde es nach einem langen und mühsamen Prozess von Euroroc. Wer das Logo übernehmen will, muss eine Lizenz kaufen. Die Kosten dafür sind je nach Land unterschiedlich, in einigen Fällen belaufen sie sich auf 100 € pro Jahr, in anderen sind sie in der Mitgliedschaft zu den einschlägigen Verbänden inbegriffen. Deutschland schert hier aus der Reihe: dort beträgt die Lizenzgebühr pro Jahr je nach Firmengröße mindestens 150 € und steigt für einen Interessenten, der nicht Verbandsmitglied ist, auf 1800 €. Auf der Website von Euroroc und der nationalen Initiativen werden die unterstützenden Firmen genannt. Derzeit haben etwa 620 Firmen das Logo übernommen. Das abgebildete Logo ist das in finnischer Sprache.