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Märkte: „Lebhafte Nachfrage“ in Sambalândia

(Februar 2012) Wenn der Ausdruck „Sambalândia“ jemals das Lebensgefühl in Brasilien getroffen hat, dann im Moment. Das gilt auch für die Natursteinwirtschaft, die eine richtig gute Zeit erlebt: im Inland gibt es eine „lebhafte Nachfrage“ nach ihren Produkten und beim Export profitiert sie davon, dass die Landeswährung Real kräftig an Wert verlor. Außerdem machen viele Unternehmen der Branche gute Geschäfte mit Engineered Stone. Das geht aus der Zeitschrift Informe des landesweiten Verbands Abirochas hervor. In den Ausgaben 13/2011 und 01/2012 hat das Beraterbüro Kistemann & Chiodi die aktuellen Regierungsstatistiken analysiert und interpretiert.

Danach verzeichnete Brasiliens Steinwirtschaft im Jahr 2011 bei den Naturstein-Exporten einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +4,22 % (nach Wert). Die Gesamtsumme erreichte 999,65 Millionen US-$.

Damit hat sie die schweren Folgen der Immobilienkrise in den USA beinahe wettgemacht. Zur Erinnerung: Im Jahr 2007 hatte sie mit Ausfuhren in Gesamthöhe von 1093 Millionen US-$ die magische 1-Milliarden-$-Grenze übersprungen.

Hauptsächlich waren damals diese Lieferungen in die USA gegangen – ein Problem, vor dem die Berater lange Jahre mit dem Schlagwort „Monokultur bei den Exporten“ gewarnt haben. Allerdings ist die aktuelle Situation nicht viel besser geworden: Nach wie vor stellen Granitplatten den größten Anteil an den Exporten, und nach wie vor sind die USA hier der größte Abnehmer.

Ähnlich bei Rohmaterial: Bei der Ausfuhr von Blöcken geht das meiste nach China.

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass allein die USA und China 60% der brasilianischen Steinausfuhren aufnehmen. Nimmt man nun noch Kanada und Mexiko (vom amerikanischen Kontinent) sowie Taiwan und Hongkong (aus Asien) hinzu, machen allein diese 6 Länder 75% der Exporte aus.

Jedoch: Zuhause haben die Brasilianer inzwischen einen richtig interessanten Markt mit einem anhaltend kräftigen Wirtschaftswachstum (ca +4%), zudem hat dieser Markt die Größe eines Kontinents, und befinden sich Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Vorbereitung.

Diesen Markt haben inzwischen aber auch die Konkurrenten entdeckt. So stiegen die Importe an Stein erheblich stärker an als die Exporte, nämlich um beinahe +32% nach Wert (auf 87,89 Millionen US-$). Beim Engineered Stone gab es ebenfalls einen kräftigen Zuwachs: +20,22% nach Wert (auf 30,15 Millionen US-$).

Bemerkenswert ist an den Importen eins: Rohblöcke machten einen Anteil von immerhin 20% aus (von Januar bis Oktober 2011), was heißt, dass Brasiliens Industrie zumindest ansatzweise einen Weg gefunden hat, Verarbeitung und Wertschöpfung ins eigene Land zu holen. Festzuhalten ist auch, dass umgekehrt bei den Exporten Rohblöcke nur einen relativ geringen Anteil ausmachten. Also konnten die Brasilianer Wertschöpfung im eigenen Land auch halten.

Beides offenbart, dass Brasiliens Steinfirmen kräftig in neue Maschinen und Ersatzteile investiert haben und wohl weiterhin investieren werden, wie die Berater andeuten.

Brasilien will künftig mehr exportieren. Dazu sind die zuständigen Ministerien dabei, weltweit neue Wirtschaftsvertretungen einzurichten. Diese befinden sich schon im Aufbau unter anderem im Mittleren Osten sowie in Afrika und Osteuropa, schreiben die Berater. Eine Tabelle listet Standorte auf, darunter Karthum im Sudan, Rabat in Marokko oder Kapstadt in Südafrika genauso wie Bukarest in Rumänien oder Zagreb in Kroatien.

Als weiteres Mittel zur Eroberung neuer Märkte soll eine wiedererkennbare Marke für Brasiliens Stein geschaffen werden. Diese Initiative der Exportorganisation Apex mit dem Verband Abirochas könnte vielleicht schon in diesem Jahr einen „positiven Widerhall“ zeigen, heißt es.

Informe 01/2012 (portugiesisch)

Informe 13/2011 (portugiesisch)

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