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Martin Luther hätte allen Grund gehabt zu einer besonderen Beziehung zu edlem Marmor

Weltweit wird 2017 das 500. Jubiläum des Thesenanschlags als Beginn der Reformation begangen

Ob Martin Luther (1483-1546) eine besondere Beziehung zu Naturstein hatte, ist nicht belegt. Grund dazu hätte er gehabt, denn es waren die edelsten Marmore, die beim Neubau des Petersdoms in Rom zu seiner Zeit zum Einsatz kamen.

Die Geschichte ist bekannt: die katholische Kirche hatte sich in vielen Jahrhunderten des Papsttums zu einem florierenden Wirtschaftsunternehmen entwickelt und war, um den Neubau des Petersdoms zu finanzieren, auf das Geschäftsmodell der Ablassbriefe verfallen: erst machte man den einfachen Leuten Angst vor der Hölle, dann verkaufte man ihnen Zertifikate, mit denen sie der ewigen Verdammnis entgehen könnten.

Luther erzürnte sich an diesem Geschäftsgebahren und ebenso an der Pracht, mit der sich die Würdenträger der Kirche umgaben. Um 17. Oktober 1517 schlug er die Kernthesen seiner Kritik an die Schlosskirche in Wittenberg an und stieß damit die Reformation an.

Weltweit wird 2017 das 500. Jubiläum dieses Ereignisses gefeiert. Unklar ist, ob es tatsächlich stattgefunden hat. Belegt ist, dass Luther 95 Thesen formuliert und in seinen Kreisen in Umlauf gebracht hat.

Wie viele der Berühmtheiten vergangener Jahrhunderte, deren Jubiläen wir in den vergangenen Jahren gewürdigt hatten, taucht auch in Luthers Ausdrucksweise Stein vielfach auf. Das hängt damit zusammen, dass man den Stein nicht nur sehen, sondern überall auch hören konnte, wo ihn die Steinmetze an Ort und Stelle bearbeiteten.

Wahrscheinlich ist der „Stein des Anstoßes“, eine der berühmt gewordenen Formulierungen aus seiner Bibelübersetzung, eine Eigenkreation von ihm. Vorläufer gibt es vielleicht in den Psalmen und in der Minnedichtung des 12. Jahrhunderts. Dort wird häufig davon geredet, die Liebe „auf Händen (zu) tragen, damit dein Fuß an keinen Stein stößt.“

Von größter Bedeutung für den Verlauf der Geschichte ist Luthers Übersetzung der Bibel. Inkognito auf der Wartburg als „Junker Jörg“ einquartiert, übertrug er in nur knapp 3 Monaten das Neue Testament ins Deutsche. Besonders bedeutsam war dabei, dass er sich um eine Ausdrucksweise bemühte, die die einfachen Leute verstehen konnten.

Der Ort der Übersetzung, die Wartburg, spektakulär auf einem schmalen Felsgrat mehr als 200 m Höhe über der Stadt Eisenach in Thüringen gelegen, bringt uns zum Stein zurück. Ihr Erscheinungsbild wird vom in der Nähe gebrochenen Seeberger Sandstein geprägt.

Die Burg spielte in verschiedenen Etappen der deutschen Geschichte immer wieder wichtige Rollen.

Büste von Martin Luther, Ernst Rietschel (1831), in der Walhalla bei Regensburg. Foto: Hajotthu / Wikimedia Commons

Gilt Luthers Bibelübersetzung als sprachlich elegant, pflegte er in anderen Schriften die deftige Ausdrucksweise, wie sie in der damaligen Zeit üblich war. Angedichtet wird ihm zum Beispiel der schöne Satz „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“.

Gleichzeitig verfasste Luther übelste Hetzschriften gegen die Juden, so dass im 20. Jahrhundert sogar Hitler und die Nazis sich bei ihren Untaten auf ihn beriefen.

Luther-Ausstellungen weltweit (1, 2)

Wartburg

Traco: Restaurierung der Wartburg

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(08.08.2017)