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Design: Highlights für das Top-Marktsegment

(März 2010) Manche Firmen haben in ihrer Geschichte eine einzige herausragende Arbeit abgeliefert. Bei Fantini Mosaici, 1900 gegründet, hat jede der inzwischen vier Generationen ihr eigenes Highlight abgeliefert, so dass wir hier nur das erste und das derzeit letzte erwähnen wollen: das erste ist der berühmte Fußbodenbelag in der Mailänder Galeria Vittorio Emanuele aus dem Jahr 1923, das letzte die Sheik-Zayed-Moschee in Abu Dhabi, dort ein Teil der Intarsien- und Mosaikarbeiten, fertiggestellt 2007.

Eigentlich sind solche öffentlich zugänglichen Arbeiten jedoch eher die Ausnahme im Portfolio der weltweit renommierten Firma, auch wenn das Unternehmen sie gezielt auch um ihrer PR-Wirkung übernimmt und ausführt, wie Enrico Fantin vom Management sagt.

Denn: „Eigentlich arbeiten wir eher in privaten Objekten“, umreißt Fantin die Kundschaft, und das wiederum wollen wir in unsere eigenen Worte fassen: die Firma macht Gestaltungen für Villen und Paläste, etwa für ein Domizil des italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi. Natürlich gehören dann aber doch auch – in gewissem Sinne – öffentliche Anlagen zu den Projekten, etwa die Boutiquen der noblen Modehäuser auf der ganzen Welt oder Hotels wie das Palazzo Versace in Australien oder Dubai.

„Highlights für den High-end-Markt“, könnte man das Geschäftsmodell auf wenige Worte zusammenfassen.

Für diesen Markt, von dem andere nur träumen, braucht es natürlich nicht nur die lange Firmentradition und den klangvollen Namen, sondern auch das exklusive Knowhow sowohl für Planung und Ausführung der Arbeiten. So bringt die Firma ihre eigenen Architekten mit, und schult etwa ihre Mosaikleger und –künstler in Italien.

„Von der Kunst angeregt, von der Tradition angetrieben“ lautet wieder ein Slogan, diesmal sondern aus einer Unternehmensbroschüre.

Mailand ist traditionell der Hauptsitz der Firma und Italien ihr Geschäftsfeld. Seit den 90ern ist Fantini Mosaici aber auch global aktiv mit Vertretungen in Miami und Abu Dhabi. Von dort aus ist man nahe genug bei der Kundschaft in Nord- und Lateinamerika beziehungsweise im Mittleren Osten. Seit 1994 gehört auch Fantini Marmi als Spezialist für Naturstein zum Unternehmen.

Apropos Tradition: Sie ist zwar Basis des Selbstverständnisses, engt aber keineswegs ein. So verwendet die Firma neben klassischen Materialien für die Mosaike auch Glas, „das seit einiger Zeit im Trend liegt“ (Fantin), oder auch Emaille – je nachdem, wie sich die Kundenwünsche am besten realisieren lassen. Umgekehrt sind auch die altbekannten Kieselmosaike im Programm, genauso hat man eine Sparte Terrazzo. „Es ist eine Herausforderung, immer wieder die beste Lösung für ein Projekt zu finden“, sagt Fantin.

Gemeint ist damit auch die künstlerische Umsetzung einer Gestaltungsidee. Und die mag hier heikel sein, weil ein Mosaik in seinen Steinchen mit den Lichteffekten und der Tiefenwirkung immer ein Eigenleben hat. Bringt diese Tatsache bei extrem anspruchsvollen Kunden nicht gelegentlich Schwierigkeiten, wenn die Ausführung anders aussieht als der Entwurf?

Enrico Fantin zögert und man merkt ihm an, dass er das Problem nicht wirklich kennt. „Schwierigkeiten nicht, ganz im Gegenteil“, sagt er dann mit Nachdruck, „wir sind besser, als es der Kunde erwartet.“

Fantini Mosaici

Fotos: Fantini Mosaici