www.stone-ideas.com

Alfred Paschek ist der neue Bildungsreferent bei den Steinmetzen und Steinbildhauern

Alfred Paschek.

Daran mitzuwirken, dass junge Leute auch zukünftig eine reizvolle Perspektive in diesen Berufen finden, sieht er als eine seiner zentralen Aufgaben

Das überrascht. Alfred Paschek, der neue Referent für Berufsbildung bei den Steinmetzen, trägt keineswegs die altbekannten Schlagwörter von handwerklicher Tradition und den Besonderheiten des Natursteins vor sich her. Vielmehr benennt er im Gespräch ganz nüchtern die Nachwuchsgewinnung als ein zentrales unter seinen Aufgabenfeldern: „Das ist eine Überlebensfrage für das Handwerk allgemein und auch für die Steinmetze.“

Eine Lösung hat auch er nicht im Gepäck, schließlich ist er erst ein paar Monate im Amt und arbeitet sich derzeit am Dienstsitz beim Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks (bbw) in Wiesbaden noch ein. Aber er umreißt mit wenigen Worten den Umfang der Aufgabe, die sich der ganzen Gesellschaft stellt: „Es geht um eine Trendumkehr in der Bildungspolitik, wo seit einigen Jahren die Hochschule als generell favorisierte Ausbildungsstätte im Vordergrund steht.“

In der Politik konstatiert er erfreulicherweise „Anzeichen für solch ein Umdenken, nämlich unsere duale Berufsbildung wieder stärker in den Blick zu nehmen“.

Auf diesem Feld ist aus der Sicht des Handwerks die Konkurrenz mit der Industrie um den Nachwuchs noch ein besonderer Aspekt, fügt er hinzu.

Dabei ist Paschek selber ein Quereinsteiger ins Handwerk, der aber über einschlägige Erfahrungen sowohl in der Industrie als auch an einer Akademie verfügt.

Er absolvierte eine Lehre als Industriemechaniker, arbeitete in seiner Heimatstadt Braunschweig eine Weile in dem Beruf, brachte den Wehrdienst hinter sich, wechselte in die Verlagsbranche, um dann in Kiel doch noch zu studieren, nämlich Philosophie, Medienwissenschaft und Geschichte.

Danach ging er zur Akademie der Wissenschaften in Mainz, wo er in der Verwaltung tätig war.

Da müssen wir fragen: Kann jemand, der die Steine gar nicht von innen kennt, die Bildungsarbeit der zuständigen Fachleute gestalten?

Immerhin: er kennt die Berufswelt, weiß auch um Gremienarbeit und Kommunikation, und kann Probleme analysieren.

Anders gefragt: muss überhaupt ein Referent für Aus- und Weiterbildung bei den Steinmetzen sich mit einem Steinmetzmeister direkt am Stein messen können?

Die Gremien beim Bundesverband haben hierzu eine eindeutige Antwort gegeben: Sie setzten offenbar auf die Vielfalt, die Pascheks Berufsweg auszeichnet.

Im, übrigens sehr herzlichen, Gespräch lässt sich Paschek dann doch noch eine Nettigkeit gegenüber seiner neuen Branche entlocken. Und sie klingt ehrlich, nicht wie vorformuliert und vorformuliert aus der Tasche gezogen: „In meinen bisherigen Kontakten mit Steinmetzen aller Altersgruppen habe ich nur freundliche und interessierte Leute kennengelernt und positive Erfahrungen gemacht.“

Und: „Es gibt ein positives Klima auf der Seite der Betriebe, mehr für den eigenen Beruf zu tun.“

Paschek ist verheiratet und 2 Kinder.

Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks (BBW)

(24.01.2019)