Knallroter Älvdalsk-Quarzit für die Fußgängerzone im Städtchen Mora in Schweden

Die Fußgängerzone Kyrkogatan im Städtchen Mora in Schweden. Die Fußgängerzone Kyrkogatan im Städtchen Mora in Schweden.

Die Landschaftsarchitekten von Sweco wollten das Stadtzentrum wieder als Zuhause für die Bürger erlebbar machen

Das Städtchen Mora in Schweden hat seine Fußgängerzone Kyrkogatan erneuert, und bemerkenswert ist daran vor allem der Naturstein für den Bodenbelag: Es handelt sich um den knallroten Älvdalsk-Quarzit, der optisch ein unübersehbares Zeichen setzt. Die Botschaft dahinter ist aber ganz gewöhnlich: der Stein kommt aus der Gegend, und die Landschaftsarchitekten von Sweco wollten damit den Gedanken von Heimat sichtbar machen. Ziel war, den Bürgern die Einkaufspassage wieder als Ort der Identifikation und zum Verweilen zurückgeben.

Denn in den vergangenen 40 Jahren war dieser wichtigste Teil der Stadtzentrums zu einem wirklich unansehnlichen Bereich geworden: nachdem nie wirklich saniert worden war, sondern immer nur stückweise ausgebessert wurde, gab es zuletzt einen kuriosen Flickenteppich mit vielen Materialien auf dem Boden in der Fußgängerzone.

Die Fußgängerzone Kyrkogatan im Städtchen Mora in Schweden.

Der Asphalt, den man zuletzt aufgebracht hatte, war zwar auch schon rot, sah aber eher wie Plastik aus.

Die Fußgängerzone Kyrkogatan im Jahr 1970. Foto: Bengt A. Lundberg / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Nun haben die Planer der Straße ein neues Gesicht gegeben. Von links nach rechts betrachtet gibt es außen die Zone vor den Schaufenstern mit Betonstein, dann folgt ein schmaler Streifen des roten Quarzit und dann ein breiterer Streifen desselben Natursteins.

Scharnier zur rechten Straßenseite ist eine markante Regenrinne.

Es lohnt, die Oberflächen der Zonen zu betrachten:
* der schmale Natursteinstreifen hat eine gespaltene Oberfläche;
* der breitere Natursteinstreifen hat Platten mit gesägter Oberfläche – er ist eben und lässt sich entsprechend gut begehen;
* die Rinne für das Regenwasser ist mit gusseisernen Platten abgedeckt. Auch bei ihnen geht es um das Gefühl von Zuhause: Ihr Design ist den so genannten „Kurbits“ nachempfunden, das sind typische Malereien aus der Region.

Mora’s Kyrkogatan pedestrian mall in Sweden.

Die schnurgerade nebeneinander liegenden Linien führen unweigerlich dazu, dass die Orientierung geradewegs durch die Fußgängerzone hindurch eine starke Betonung erhält. Wollten die Gestalter etwa Kyrkogatan zu einer Rennstrecke machen, wo die Bürger nur noch vorbeihasten?

Das nun wirklich nicht, denn die Straße ist gesäumt von Geschäften. In der Gestaltung steckt vielmehr wieder ein Bezug zum Ort und zur Gegend: Mora ist nämlich Endpunkt des berühmten Wasalaufs, eines Langstreckenlaufs auf Skiern über 90 km querfeldein. In den Linien kann man durchaus dessen schier endlos lange Pisten sehen.

Damit die Bürger zum Innehalten angeregt werden, gibt es Straßenmöbel und Sitzgelegenheiten und eine neues Beleuchtung.

Dass vor der Apotheke ein großer Teich mit Quarzit-Mäuerchen angelegt wurde, hängt mit einer weiteren Besonderheit dieser Stadtgestaltung zusammen: da angesichts des Klimawandels auch in Mora häufiger Starkregenfälle zu erwarten sind, wurde der Teich als Pufferbecken geschaffen.

Die Regenwasserrinne ist so ausgelegt, dass sie auch mit kurzzeitig extremen Niederschlägen zurechtkommt. Die Stadtverwaltung willigte gerne in diesen Vorschlag der Sweco-Architekten ein, weil sie sonst die komplette Kanalisation hätte erneuern müssen.

Das bekannteste Gebäude mit Älvdalsk-Quarzit ist das PK-huset in Stockholm, eine ehemalige Bank und heute Sitz von Büros und Geschäften.

Mora

Landschaftsarchitekten Sweco

Älvdalsk-Quarzit (schwedisch)

PK-huset (schwedisch)

Fotos: Sweco