Wiesbaden, Parkstraße 22: Der neue Sitz der ZVK-Steinmetz ist eine Investition in eine sichere Immobilie

Der neue Sitz der ZVK-Steinmetz in der Parkstraße 22 in Wiesbaden.

Die Villa aus den 1890ern steht unter Denkmalschutz und erzählt die Geschichte der einst berühmten Kurstadt

Der neue Sitz der ZVK-Steinmetz mit der Adresse Parkstraße 22 in Wiesbaden ist nicht nur als Investition ein dauerhafter Schatz, sondern auch ein Schmuckstück für die Denkmalpflege in der Kurstadt: direkt am Kurpark gelegen, erzählt die Hälfte einer Doppelvilla vom Bauen des Bürgertums in den 1890er Jahren.

Inzwischen läuft die Suche nach Mietern für die 1. und 2. Etage, wo es vom Dach aus einen besonderen Blick über das Stadtviertel gibt.

Die ZVK selbst ist ins Erd- und ins Gartengeschoss eingezogen. Damit wird die Miete am bisherigen Standort ebenfalls in Wiesbaden eingespart.

Das Gebäude liegt im so genannten Östlichen Villenviertel. Das steht unter Denkmalschutz, dies wegen seiner typischen Bauweise für die damalige Zeit.

Seitenansicht der Villenhälfte, mit dem markant gestalteten Treppenhaus.

Eine der vielen Besonderheiten der Architektur am ZVK-Gebäude zeigt sich am Eingang: der erfolgt von der Seite aus auf Gartenebene; hier wird der Besucher schon mittels der Fassadengestaltung zur Treppe in die oberen Geschosse gelenkt.

Viele der Details an der Fassade sind mit hohem handwerklichen Können gestaltet. Kennzeichen vieler Balkone oder Vorgärten im Östlichen Villenviertel sind die aufwändigen schmiedeeisernen Gitter.

Gehen wir im Schnelldurchlauf die Geschichte Wiesbadens als Kurort durch:

Schon aus der Steinzeit gibt es Belege, dass die Menschen die heilkräftigen Quellen dort schätzten. Zur Römerzeit erwähnte Plinius der Ältere in seiner Naturgeschichte die „Mattiakischen Quellen jenseits des Rheins“.

Aus dem Mittelalter und danach ist nichts von einem florierenden Badebetrieb überliefet, so dass 1785 ein Besucher das vernichtende Urteil fällte: „Wiesbaden ist ein elendes Städtchen mit engen Gassen.“

Die Rückseite der Villenhälfte.

Von 1806 an änderten sich jedoch aufgrund neuer politischer Gegebenheiten schlagartig die Zeiten. Und schon 1815 äußerte sich ein Experte, der, das muss man dazusagen, allerdings selber aus der Stadt stammte: „Wiesbaden hat durch etliche neu angelegte, äußerst schöne Straßen sehr gewonnen – fährt man so fort, so wird es eine der modernsten Städte in Teutschland werden.“

Er sollte Recht behalten, denn das Kurwesen entwickelte sich in den Folgejahren zu einem boomenden Wirtschaftszweig: nach den Adligen in den Jahrhunderten vorher zogen nun auch die reichen Bürger sommers wie winters gern in einen anerkannten Badeort, um dort… nun ja, auch um sich der Gesundheitspflege zu widmen, aber nebenbei viele Formen der Unterhaltung zu genießen.

Glücksspiel, zum Beispiel, war sehr beliebt.

Gesundheitsmäßig betrachtet wurde in Wiesbaden wurde vor allem Rheuma behandelt und „nervöses Leiden“, eine Art von Stress, wie wir heute sagen würden.

Kuriosum am Rande: auch Pferde mit Rheuma konnten in eigens dafür eingerichteten Bädern Heilung finden. So steht es in dem Buch „Kulturdenkmäler in Hessen: Wiesbaden II“ von Sigrid Russ.

Von 1866 hatten die Preußen in Wiesbaden das Sagen, und deren Hof hatte ein besonderes Faible für die Stadt.

Wiesbaden sollte fortan „eine europäische Heilanstalt im kolossalsten Stile“ sein, so ein Zeitgenosse, und flugs entstanden die prächtigen Gründerzeitbauten in der Innenstadt.

An den Hägen rundherum wurden Villen errichtet, darunter jene mit der Adresse Parkstraße 22. Den Bauantrag stellte am 13. August 1897 ein gewisser Karl Schramm, Architekt war Bruno Rüdiger.

Blick vom ausgebauten Dachgeschoss auf das Östliche Villenviertel.

Ob der Bauherr selber jemals dort einzog, ist nicht bekannt. Vielleicht vermietete er die beiden Gebäudehälften auch nur an zahlungskräftige Kurgäste, die dort gerne den ganzen Sommer verbrachten, um dann für den Winter an die Côte D’Azur oder in Italiens lauschige Landschaften weiterzuziehen.

Zu erwähnen ist noch, dass es hinterm ZVK-Gebäude durch ein Türchen einen direkten und sehr privaten Zutritt zum Kurpark gibt.

Zusatzversorgungskasse des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks (ZVK)

(21.09.2019)