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Die Stadtmauer in Großbottwar war ehemals ein wirksamer Schutz für die Stadtbevölkerung

Teil der Stadtmauer in Großbottwar. Fotos: DSD / Wegner

Die Reste des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bauwerks wurden saniert / Im Ort gibt es ein Denkmal für den 49. Breitengrad

Die mittelalterliche Stadtmauer von Großbottwar im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg umgab einst die gesamte Altstadt und lässt sich heute noch im südöstlichen Bereich erkennen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat dank der Lotterie GlücksSpirale die Sanierung mit 50.000 € unterstützt.

„1279 findet man in den Quellen zum ersten Mal ,muros civitatis bothebur’, also die Mauern der Stadt Großbottwar“, wie es auf der Webpage der Stadt heißt. „Großbottwar war eine Gründung der Lichtenberger. Sie zeigte mit ihren Mauern und Türmen, dass es sich um eine Stadt handelte, wodurch sie in der Rechtsprechung freier als die offenen Landgemeinden war. Es durften Märkte abgehalten werden, man verwaltete Jagd und Wald und sprach vor allem auch selbst Recht. Dies alles wurde durch die Umfassungsmauern und die zusätzlichen Rechte ermöglicht.“

Teil der Stadtmauer in Großbottwar.

Ab 1830 wurden die meisten Türme der Befestigung zusammen mit größeren Mauerbereichen abgetragen, wobei die Steine in anderen Gebäuden eine Wiederverwendung fanden. Ursprünglich besaß die Stadtmauer zur Flankierung und als Durchlass mehrere Haupttortürme. Drei kleine Fliehtore ermöglichten eine rasche Flucht der Bevölkerung aus der Stadt bei Feuergefahr. Ein mit Wasser gefüllter Graben und wahrscheinlich ein trockener Graben im Nordosten mit dichtem Buschwerk vervollständigten die Verteidigungsanlage. Ein Wehrgang ermöglichte eine gedeckte Verteidigung auf der Mauerkrone.

Eine rasche Unterstützung der Mauer war nötig, da sich nahezu die gesamte Mauer im Kronenbereich aufgrund von Erosion und Pflanzenbewuchs auflöste. In weiten Abschnitten fehlte der Fugenmörtel oder war derart mürbe, dass er herausfiel. Teilweise war es bereits zu Wandausbrüchen gekommen.

Granitplatte für den 49. Breitengrad. Foto: Kreuzschnalbel / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Übrigens: An der Bahnhofstraße im Ort markiert eine senkrecht stehende Granitplatte den Verlauf des 49. nördlichen Breitengrad, der die Stadt durchquert. Wikimedia merkt dazu an, dass die Platte ganz genau sich auf 48,9988927° N (Stand 2015) befindet und der Breitengrad rund 120 Meter weiter nördlich verläuft.

Großbottwar

Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD)

(12.10.2019)