Re-use Italy sucht Ideen, wie aus dem römischen Wasserreservoir Piscina Mirabilis in einem Hügel aus Tuff ein Museum für zeitgenössische Kunst werden kann

Blick in die Piscina Mirabilis. Foto: Re-use Italy

Das Preisgeld beträgt insgesamt 3500 €, aber der Wettbewerb ist nur virtuell und nicht für eine Realisierung gedacht

„Wiederverwendung der römischen Ruine” lautet das Motto des Wettbewerbs Re-use Italy mit Preisen von 3500 €, 600 € und 400 € plus 7 lobenden Erwähnungen. Die diesjährige Aufgabe besteht darin, die das römische Wasserreservoir Piscina Mirabilis in der Nähe von Neapel in ein Museum für zeitgenössische Kunst zu verwandeln.

Der Wettbewerb ist nur virtuell: Es ist kein reales Museum geplant und die ausgezeichneten Projekte werden lediglich in einer Ausstellung in Bacoli (Neapel) gezeigt, wahrscheinlich Mitte Juli 2020.

Einsendeschluss ist der 19. Juni 2020. Der Wettbewerb steht allen Personen offen, die älter als 18 Jahre sind. Gruppen von maximal 4 Personen sind erlaubt.

Die Anmeldegebühr beträgt 59 € (+ VAT), dies für Frühbucher bis zum 23. April 2020. Später bis zum 19. Juni beträgt die Gebühr 69 €. Sie soll die Organisationskosten decken, wie es auf der Webseite heißt.

Das geistige Eigentum der Einreichungen verbleibt beim Urheber. Re-use Italy behält sich das Recht vor, seinerseits die Ideen für Informationen zu nutzen.

Die Piscina Mirabilis. Quelle: Re-use Italy

Die Piscina Mirabilis war ein römisches Reservoir, das von Kaiser Augustus erbaut wurde, um das Hauptquartier seiner westlichen Mittelmeer-Kriegsflotte sowie die Städte Neapel und Cuma mit Wasser zu versorgen. Es befindet sich in der Gemeinde Bacoli am See Miseno (das alte Misenum) in einem Hügel mit Blick auf die Bucht von Neapel. Der gigantische Stauraum, 72 m lang und 27 m breit, ist der Endpunkt eines Aquaedukts, den Augustus hatte errichten lassen.

Die Piscina wurde wahrscheinlich zwischen 33 und 12 v. Chr. gebaut und gilt mit einem Volumen von 12.600 m3 als eines der größten römischen Wasserreservoirs. Majestätisch wie eine Kathedrale wirkt es: Es wurde aus einem Hügel aus vulkanischem Tuff ausgehöhlt und hat 48 Säulen, die in 4 Reihen angeordnet sind. Sie dienen als Stützen für das Tonnengewölbe mit 5 Hauptschiffen an den Längsseiten und 13 Nebengängen.

Der Wettewerb basiert auf einer Partnerschaft von Re-use Italy mit ArchDaily, KooZA/rch, 120 g, EX32, und findet statt mit offizieller Unterstützung des Parco Archeologico dei Campi Flegrei, der Gemeinde Bacoli (Neapel) und der Stiftung für Denkmalpflege und Naturschutz (Fondo Ambiente Italiano, FAI).

Im letzten Jahr ging es im Wettbewerb um das Castello di Ripafratta, eine der bedeutendsten Festungen der Toskana. Sie ist seit dem 16. Jahrhundert eine Ruine. Die letzte Renovierung wurde 1504 vom berühmten Renaissance-Architekten Antonio da Sangallo zusammen mit Leonardo da Vinci konzipiert.

Re-use Italy, Piscina Mirabilis

(02.04.2020)