Ein prachtvolles Mosaik in der Lateranbasilika in Rom war Vorbild für den Fußboden in einer Villa in der Ukraine

Athena Marmi: Villa in der Ukraine.Athena Marmi: Villa in der Ukraine.

Die italienische Firma Athena Marmi mit Sitz unweit von Verona führte das Puzzle mit verschiedenen Marmorsorten in vielen Farben und Formen aus

Bei der Firma Athena Marmi im Chiampo-Tal unweit von Verona meldete sich eines Tages ein Kunde mit einer selbst für diese Firma ungewöhnlichen Anfrage: er hatte einen Urlaub in Rom verbracht, dabei sich die prachtvollen Gotteshäuser aus der Zeit der Päpste angeschaut und legte nun eine Ansichtskarte aus der Lateranbasilika vor – er habe sich in das Mosaikmuster eines Stücks Fußbodens dort verliebt und hätte gerne eine Kopie davon für seine Villa in der Ukraine.

Könnte Athena Marmi so etwas realisieren?

Der Auftrag klingt leichter, als er bei genauerer Betrachtung ist: denn es ging weniger um eine Kopie als um eine Inspiration nahe am Original, schließlich stand in der Villa zwar eine Gesamtfläche von 250 m² zur Verfügung, jedoch waren ihre Räume völlig anders geschnitten als in der Basilika.

Athena Marmi nahm den Auftrag an, was sonst? Schließlich bekommt ein Natursteinunternehmen meist nur einmal solch eine Arbeit, der es ganz nah an die Kunst der Architekten und Steinmetze des 12. und 13. Jahrhunderts heranbringt.

Athena Marmi: Villa in der Ukraine.Athena Marmi: Villa in der Ukraine.

Eine der Herausforderungen war, die für die farbliche Komposition geeigneten Steinsorten zusammenzutragen. Am Ende wurden es die Marmore Azul Noemi, Azul Emperador, Giallo Siena, Rosso Levanto, Bianco Calacatta, Arabescato Vagli, Bianco Carrara, Verde Guatemala und noch einige mehr.

Dabei war auch darauf zu achten, dass die gewählte Sorte genügend Härte für eine Verwendung als Bodenbelag mitbrachte.

Verlangt wurde besondere Sorgfalt auch beim Boden, auf dem die Mosaike verlegt wurden. Hier trafen die Experten von Athena vor Ort zunächst auf Hohlräume im Estrich, aufgrund derer Risse und deshalb später Schäden an den Steinmosaiken zu erwarten waren. Der Auftraggeber ließ sich von den Warnungen der Firma überzeugen, veranlasste eine Erneuerung des Bodens und war am Ende glücklich, dass er den Ratschlag der Experten ernst genommen hatte.

Verschiedene Muster aus der Basilika wurden an die Gegebenheiten in der Villa angepasst. Ziel war, die prachtvolle Wirkung der Puzzle beizubehalten.

Athena Marmi: Villa in der Ukraine.

Werfen wir einen Blick auf die Geometrie: ein Reiz solcher Mosaikflächen besteht darin, dass es sich eigentlich nur um Variationen von Dreiecken handelt, die teils allein und teils im Verbund in Erscheinung treten. Werden sie mit einer einzigen Steinsorte in einer einzigen Farbe ausgelegt, können sie sich auch zu Quadraten und Sechsecken zusammenfügen.

Auch Sterne kann man erkennen.

Vor der Verlegung gab es verschiedene Arbeitsschritte: unter anderem wurde das Puzzle im Werk ausgelegt, so dass man farbliche Unterschiede zwischen dem Entwurf und dem Endprodukt korrigieren konnte. Schließlich hatte man es nicht nur mit den Farben der Marmorsorten zu tun, sondern auch mit ihren Adern und Strukturen, die im größerem Zusammenhang ihrerseits die Wirkung der Farben beeinflussen können.

Etwa ein Jahr lang war Athena Marmi mit dem Projekt beschäftigt. An Ende reisten die Spezialisten der Firma in die Ukraine, um dort zusammen mit den Experten vor Ort die Verlegung, das Behandeln der Fugen und die Imprägnierung vorzunehmen. Details dazu schildern wir in einem separaten Text (Link).

Athena Marmi: Villa in der Ukraine.Athena Marmi: Villa in der Ukraine.

Auch für den Kamin und die Wände wurden besondere Gestaltungen geschaffen. Hier kam bei den Inlays auch der Schmuckstein Sodalith zum Einsatz.

Noch Jahre nach der Fertigstellung schreibt uns Patrizia Farinon, Sales Manager der Firma, voller Begeisterung: „Was wir erreicht haben, geht zurück auf das Können unserer Mitarbeiter und unserer Leidenschaft für das, was die italienische Marmorverarbeitung kennzeichnet.“

Die Lateranbasilika (Basilica Papale di San Giovanni in Laterano) ist die Basilika des Bistums Roms (mit dem Papst als Bischof) und nimmt deshalb einen besonderen Rang unter den Kirchen der Stadt ein. Sie gehört zum Lateran, der etwa 5 km vom Vatikan mit dem Petersdom entfernt liegt. Viele Jahrhunderte residierten die Päpste dort. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Päpste in der Lateranbasilika gekrönt.

Athena Marmi