Der Bentheimer Sandstein steht im Mittelpunkt des 7. Workshops der Reihe „Sandstein in Westfalen“ am 10. September 2022

Im Museum von Fremantle in Australien gibt es eine Replik der Fundstücke der Batavia und des Portals. Die Orginale befinden sich im Museum in Geraldton. Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href=" https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons_license"target="_blank">Creative Commons License</a>

In den Vorträgen geht es unter anderem um die Forschungen zum berühmten Batavia-Portal, das mit einem holländischen Schiff vor Australien unterging

Beim 7. Workshop aus der Reihe „Sandstein in Westfalen“ am 10. September 2020 in Bad Bentheim geht es um den Bentheimer Sandstein. Eines der Themen ist, aus welchem Stein das berühmte Batavia-Portal besteht, das die holländische Ostindien-Kompanie (VOC) um 1630 ins heutige Indonesien transportieren ließ, um damit dort ihre wirtschaftliche Macht und internationale Bedeutung unter Beweis zu stellen – es war aus Bentheimer Sandstein gefertigt, und war ursprünglich fein säuberlich in Einzelteile verpackt, um in der pazifischen Inselwelt wieder zusammengesetzt und aufgebaut zu werden.

Teil der Geschichte ist auch, dass es nie dort ankam, sondern an Bord des Seglers Batavia vor Australiens Westküste an einem Riff zerschellte, wo es in den 1970er Jahren gehoben wurde. Allein schon die Historie um das Schiff, das gleich auf seiner 1. Fahrt unterging und bei dem es danach eine Meuterei mit Drama der Überlebenden gab, ist erzählenswert und reichlich gruselig: von den insgesamt 341 Personen an Bord erreichten nur 122 den Zielort auf der Insel Java.

Veranstalter der Reihe über die Sandsteine aus der Gegend um Münster, Arnsberg und Detmold ist die Historische Kommission Westfalen (HiKo), die die mineralische Vielfalt dieser Bodenschätze und ihre ebenso vielfältige Nutzung im Lauf der Jahrhunderte darstellen will. Bei den Vorträgen mit anschließender Exkursion geht es um die Bedeutung dieser Natursteine für die Architektur und für die heimische Wirtschaft. „Kleinräumige Vernetzungen werden dabei ebenso sichtbar gemacht wie die internationalen Handelsbeziehungen einiger Abbaugebiete“, heißt es im Faltblatt zum aktuellen Termin.

Die Tagungsreihe ist fachübergreifend angelegt. „Die Vorträge richten sich an ein Fachpublikum, alle am Sandstein oder an der Ortsgeschichte interessierten Personen sind willkommen“, so das Faltblatt.

Die Vorträge finden am Samstag, 10. September 2022, im Forum des Burg-Gymnasiums in Bad Bentheim statt.

Programm:

* Einführung:
9.30 Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup (Münster), Begrüßung

Dr. Burkhard Beyer (Münster)
Anmerkungen zum Konzept der Tagungsreihe

Vorträge:
9.45 Dr. Angela Ehling (Berlin) und Dr. Jochen Lepper (Hannover)
Der Bentheimer Sandstein: Vorkommen, Eigenschaften, Gewinnung und Verwendung

10.15 Dr. Jochen Lepper et. al.
Der Provenienznachweis für das Batavia-Sandsteinportal

10.45 Kaffeepause

11.15 Prof. Dr. Michael Ströhmer (Paderborn)
Der lange Weg des Steins: Präfabrikation und Logistik im Bentheimer Sandsteinhandel der Frühen Neuzeit

12.00 Dr. Burkhard Beyer (Münster)
Forschungen zur Geschichte des Bentheimer Sandstein. Eine Zusammenfassung der Beiträge von Dr. Heinrich Voort

13.00 Mittagessen (Anmeldung erforderlich)

Exkursion
14.15 Abfahrt am Kurpark in eigenen Fahrzeugen zum Steinbruch Monser (Gildehaus, Romberg 7, 48455 Bad Bentheim)

15.30 Abfahrt am Steinbruch zum Verarbeitungsbetrieb Monser in Nordhorn (Natursteinwerk Monser GmbH, Almelostraße 3, 48529 Nordhorn; Fahrstrecke: 16 Kilometer, ca. 20 Minuten)

17.00 voraussichtliches Ende der Veranstaltung in Nordhorn
Anmeldungen sind möglich bis zum 05. September 2022.

Historische Kommission Westfalen

Anmerkung: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat im Rahmen ihrer Reihe Bausandsteine in Deutschland den Band „Bausandsteine in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen” herausgebracht. Darin beschreiben Dr. Angela Ehling und Dr. Jochen Lepper die Verwendung dieser Natursteine etwa am Hildesheimer Dom (Hildesheimer Rhätsandstein), am Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (Porta-Sandstein), am Rathaus in Osnabrück (Schilfsandstein) sowie an zahlreichen Gebäuden auch im Ausland.

See also:

(16.08.2022)