Der neugestaltete Showroom von Gemeg in Carrara: weißer Marmor nur hinter den Fenstern des containerartigen Gebäudes

Der von Architekt Victor Vasilev neugestaltete Showroom von Gemeg in Carrara.Gemeg-Showroom in Carrara.

Die Fassade des Architekten Victor Vasilev erinnert an den Modernismus und trägt künstliche Materialien

Der neugestaltet Ausstellungsraum der Firma Gemeg gibt uns die Gelegenheit, erneut den berühmten Film „Il Capo“ von Yuri Ancarani zu erwähnen, in dem ein Arbeiter in einem Steinbruch in Carrara die gigantischen Bagger mit filigranen Bewegungen nur seiner Finger dirigiert. Das Meisterwerk wurde 2010 auf den 67. Internationalen Filmfestspielen von Venedig präsentiert, gewann weltweit zahlreiche Preise und kann auf der Webseite des Unternehmens in 2 Kurzversionen angesehen werden (siehe Link unten).

Der Architekt Victor Vasilev, ein gebürtiger Bulgare, der jetzt in Mailand lebt, entwarf die Erneuerung des Ausstellungsraums. Von außen ist das Gebäude sehr unerwartet: Keiner der berühmten weißen Marmore Calacatta und Statuario des Unternehmens ist an den Fassaden zu sehen, die das containerähnliche Haus umgeben, nur im Inneren der großen Hallen finden wir die Natursteinplatten in langen Reihen präsentiert.

Gemeg-Showroom in Carrara.

Modernität war die Devise des Architekten: Unter der Adresse Viale Galileo Galilei 38, mit nahem Zugang zur E80, befindet sich das „präzise, technische Gebäudevolumen, das aus stark ausgeprägten horizontalen und vertikalen Linien besteht“, so eine Pressemitteilung des Architekten. „Ihre Schatten werfen eine subtile visuelle Schicht auf die Fassade, die sich im Laufe des Tages verändert. Sie erinnert an die Architektur der Moderne”.

Das Gebäude hat eine überbaute Fläche von rund 1.400 Quadratmetern.

Gemeg-Showroom in Carrara.Gemeg-Showroom in Carrara.

Gemeg-Präsident Luca Soldati hatte den Architekten 2017 beauftragt, das Gebäude sowohl außen als auch innen zu erneuern: Ziel war es, „eine materielle Erzählung der unternehmerischen Geschichte der Familie Soldati und ihrer kultivierten und internationalen Vision zu schaffen“.

„Die graue Fassade wird durch einen monumentalen Säulengang dominiert, der sich über die gesamte Länge erstreckt und durch eine von Metis Lighting geschaffene Nachtbeleuchtung hervorgehoben wird. Die tiefen vertikalen Abschnitte aus Zementharz tragen das Flachdach, während der untere Teil nur teilweise auf dem Sockel ruht, so dass ein fast schwebender Effekt entsteht.“

Gemeg-Showroom in Carrara.Gemeg-Showroom in Carrara.

„Der obere Teil der Fassade ist mit anthrazitfarbenen Alucobond-Platten verkleidet, während der untere Teil transparent ist und durch große Fenster mit eingelassenen Rahmen definiert wird, die den Passanten die kostbaren weißen Platten präsentieren. Diese Abschnitte korrespondieren mit dem Design des dünnen Sockelbandes, das von horizontalen Schnitten durchzogen ist, die als dekorative, technische und sogar identitätsstiftende Zeichen fungieren und sich direkt auf die Grafik des Firmenlogos beziehen.“

Der Zugang zum Ausstellungsraum erfolgt von der rechten Seite über eine Rampe und wird durch einen auskragenden Quader aus anthrazitgrauem Alucobond markiert.

Gemeg-Showroom in Carrara.Gemeg-Showroom in Carrara.

In der Eingangshalle befindet sich der Empfangsbereich, der mit maßgefertigten Metallarmaturen ausgestattet ist.

Von hier aus gelangt man in den hohen Lounge-Bereich mit Sesseln und Sitzgelegenheiten, von wo aus eine Treppe die beiden Stockwerke verbindet, die den Büroaktivitäten gewidmet und insgesamt etwa 250 Quadratmeter groß sind. Die Fläche umfasst Einzelarbeitsplätze, Besprechungsräume, kleine Lager und Einrichtungen.

Marmor „sollte nicht als architektonische Lösung, sondern als Objekt der Kontemplation eingesetzt werden“, schreibt Victor Vasilev in seiner Presseerklärung.

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Gemeg

Viktor Vasilev

Gemeg-Showroom in Carrara.Gemeg-Showroom in Carrara.

(28.07.2023)