Das Chrysler Museum of Art in Norfolk, Virginia, hat einen originalen Bakor-Monolithen an Nigeria zurückgegeben

Der zurückgegebene Bakor-Monolith.

Das geheimnisvolle Kunstwerk stammt aus Steinkreisen im heutigen Bundesstaat Cross River und stellt wahrscheinlich einen Ahnen dar

Das Chrysler Museum of Art in Norfolk, Virginia, hat einen originalen Bakor-Monolithen aus dem Dorf Njemetop im Cross River State an Nigeria zurückgegeben. Diese Kunstwerke, die auch als Cross-River- oder Ikom-Monolithen bekannt sind und von den Einheimischen als Akwanshi oder Atal bezeichnet werden, bestehen meist aus Basalt oder Kalkstein, der in nahe gelegenen Flussbetten natürlich geformt wurde. Sie stellen wahrscheinlich einstige Gemeindevorsteher und Ahnenfiguren dar.

In manchen Fällen sind die phallischen Bezüge unverkennbar.

„Unbekannte Künstler haben die natürlichen Formen der Steine mit Gesichtszügen, Bärten, dekorativen Markierungen, hervorstehenden Nabeln usw. verschönert“, schreibt die Factum Foundation for Digital Technology in Preservation. Die Organisation führt in Zusammenarbeit mit dem Trust for African Rock Art (TARA) und der Universität Calabar (UNICAL) ein Projekt durch, das den Erhalt der Bakor-Monolithen zum Ziel hat.

Die Bakor-Monolithen sind in mehr als 30 Gemeinden im Bundesstaat Cross River zu finden. „Sie sind in Kreisen aufgestellt, manchmal in perfekten Rundungen, einander zugewandt und aufrecht, es sei denn, sie wurden durch Witterungseinflüsse oder den Menschen beschädigt“, heißt es in der Tentativliste der Unesco. Bei der Liste handelt es sich um ein Verzeichnis von Objekten, die von den Ländern für eine Nominierung als Welterbe vorgeschlagen wurden.

In den frühen 1960er Jahren wurde vom Nationalmuseum in Lagos eine Untersuchung der Monolithen in Auftrag gegeben. Dabei kam man auf eine Zahl von 300 solcher Kunstwerke.

Viele von ihnen sind in Gefahr, verloren zu gehen: „Die größte Bedrohung geht von der Abholzung der Wälder und der anschließenden landwirtschaftlichen Tätigkeit aus, insbesondere vom Feuer, das den Stein strak erhitzt, so dass er beim Abkühlen Risse bekommt“, schreibt die Factum Foundation.

In den 1970er Jahren kam es infolge des Biafra-Bürgerkriegs zu zahlreichen Verlusten, als Kunstgegenstände über die nahe Grenze geschmuggelt und auf Antiquitätenmarkten verkauft wurden.

Die Bakor-Monolithen stehen auf der Roten Liste des ICOM für gefährdete westafrikanische Kulturgüter und auf der Watch-Liste des World Monuments Fund.

Im Februar/März 2023 zeigte das Britische Museum in London eine Ausstellung zum Thema. Eine Webseite enthält eine Online-Präsentation.

Die Rückführungszeremonie fand am 23. Juni 2023 in Lagos statt. Mit Unterstützung der Carène-Stiftung wird derzeit ein Harzfaksimile des Originals hergestellt, das im Chrysler-Museum als Lernstück zur Diskussion über die Rückgabe von Kulturgütern verbleiben wird.

Chrysler-Museum

Factum Foundation

British Museum

FotosUnterzeichnung der Restitution (v.l.n.r.): Mobolaji Sakirat Ogundero, stellvertretende Botschafterin; Erik H. Neil, Ph.D, Macon and Joan Brock Director, Chrysler Museum of Art; S.E. Dr. Uzoma Emenike, Botschafterin Nigerias in den Vereinigten Staaten von Amerika; Kirk Levy, Esq. stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums des Chrysler Museums of Art.: Chrysler Museum

(10.08.2023)