Wettbewerb „Alte Steine – neue Seele“: was man aus ehemaligen Grabsteinen Neues machen kann

Herz GmbH Steinmetzbetrieb: „Parkbank“. Ein halbrunder Grabstein wurde geteilt und zu den Seitenteilen einer Gartenbank umgearbeitet. Die Firma bietet den Kunden seit langem die Möglichkeit, Grabsteine nach der Liegezeit wieder zurückzugeben und umarbeiten zu lassen.

Bei einem Projekt im Rahmen der Bundesgartenschau 2023 zeigte der deutsche Steinmetzverband, wie ein Upcycling von Stein aussehen kann

In einem Wettbewerb für die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim hat der deutsche Steinmetzverband BIV Nachhaltigkeit und Kreativität als Kennzeichen des Materials beziehungsweise des Berufs zusammengebracht: Aufgabe war, Grabsteine wiederzuwenden und sie durch die Gestaltung Geschichten erzählen zu lassen. „Alte Steine – neue Seele“ war der Titel des Wettbewerbs. Es ging darum, das wertvolle Naturmaterial nicht einfach nur einem Downcycling zu unterziehen, zum Beispiel Schotter daraus zu machen, sondern ihm ein wirkliches 2. Leben mit einem neuen Erscheinungsbild und einer neuen Funktion zu geben.

Wir zeigen unten die prämierten Arbeiten aus dem Kreativwettbewerb.

Außerdem richtete der Verband einen Wettbewerb für Mustergrabstätten aus. Insgesamt wurden auf einem speziellen Teil des Gartenschaugeländes 60 Grabstellen gezeigt, darunter 17 Einzel-, 19 Urnen-, 19 Doppel- und fünf fließende Grabformen. Eine Jury vergab 11 Gold-, 24 Silber- und 15 Bronzemedaillen.

„Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich Zeit zu nehmen, die Entwürfe in Ruhe zu betrachten und ihre eigenen Gedanken und Gefühle fließen zu lassen“, schreibt der Verband zu der Schau, die noch bis zum 08. Oktober 2023 besucht werden kann. „Auch ohne unmittelbaren Bedarf an einem Grabstein oder ohne einen aktuellen Trauerfall zu haben, ist dieser Ausstellungsteil ein Ort der positiven Lebensfreude und Schönheit. Die Mustergräber liegen malerisch da und präsentieren sich dem Publikum.“

Neben den Objekten aus dem Kreativwettbewerb und den Mustergräbern zeigte der Verband seine Pavillon-Idee mit dem Titel „CUBO Begegnungen“. Dabei handelt es sich um Begräbnis-, Abschieds- und Trauerräume für einen Friedhof, die woanders auch als Begegnungsstätte, Gedenkinsel oder Veranstaltungsort genutzt werden können. Gefasst wird der offene Raum durch einen Metallrahmen und Naturstein-Stelen. Das Standardmaß beträgt 3 x 3 m Grundfläche und 2,5 m in der Höhe. Verschiedene Ausführungen sind möglich. Ganz unten ein Bild davon.

Bundesgartenschau 2023

Grabmal-Wettbewerbe

CUBO Begegnungen

Fotos: BIV

1. Preis: Uli Sedlmeier: „Des Kaisers neue Kleider“. Teile von verschiedenen Grabsteinen oder Grababdeckungen wurden zum Ausschnitt aus einem Schachbrett und stilisierten Spielfiguren umgearbeitet.1. Preis: Uli Sedlmeier: „Des Kaisers neue Kleider“. Teile von verschiedenen Grabsteinen oder Grababdeckungen wurden zum Ausschnitt aus einem Schachbrett und stilisierten Spielfiguren umgearbeitet.

2. Preis: Steinmetzin und Gestalterin Katja Stelljes erfuhr von Geschichten aus der Stadt Bremen im Zusammenhang mit einem Grabstein. Den Grabstein arbeitete sie zu einer Schale um und machte daraus „Die Bremer Weihnachtsschale“. 2. Preis: Steinmetzin und Gestalterin Katja Stelljes erfuhr von Geschichten aus der Stadt Bremen im Zusammenhang mit einem Grabstein. Den Grabstein arbeitete sie zu einer Schale um und machte daraus „Die Bremer Weihnachtsschale“.

3. Preis: Steinbildhauer Stein brachte Teile von alten Grabsteinen und Holz aus einer alten Scheune zu einer neuen Sitzbank zusammen.3. Preis: Steinbildhauer Stein brachte Teile von alten Grabsteinen und Holz aus einer alten Scheune zu einer neuen Sitzbank zusammen.

Astrid Hilt (Bildhauerei Formenpark) macht aus Grabsteinen Gartenmöbel. Gezielt erhält die die Spuren vorangegangener Nutzungen, etwa Inschriften oder Polituren, aber geht auch kreativ damit um.Astrid Hilt (Bildhauerei Formenpark) macht aus Grabsteinen Gartenmöbel. Gezielt erhält die die Spuren vorangegangener Nutzungen, etwa Inschriften oder Polituren, aber geht auch kreativ damit um.

Lindner GmbH: „Stripes Five“, Fünf vormalige Grabplatten sind zu einer neuen Sitzbank übereinandergelegt. Schattenfugen trennen sie. Die Verschraubungen erlauben, dass die Einzelteile verdreht werden und so das ganze zu einer Skulptur wird. In die Fugen können LED-Leuchten eingefräst werden.Lindner GmbH: „Stripes Five“, Fünf vormalige Grabplatten sind zu einer neuen Sitzbank übereinandergelegt. Schattenfugen trennen sie. Die Verschraubungen erlauben, dass die Einzelteile verdreht werden und so das ganze zu einer Skulptur wird. In die Fugen können LED-Leuchten eingefräst werden.

Christian Többen: „Bogenschloss in Stein und Holz“. Aus einem Blätterfries von einem Grabmal und einem Balken aus einem Abbruchhaus wurde eine Stele. In sie ist ein steinernes Klangspiel eingesetzt.Christian Többen: „Bogenschloss in Stein und Holz“. Aus einem Blätterfries von einem Grabmal und einem Balken aus einem Abbruchhaus wurde eine Stele. In sie ist ein steinernes Klangspiel eingesetzt.

Markus Weisheit: „Bird‘s Bistro“. Runde Elemente in einem Grabstein löste der Steinmetz heraus und machte daraus ein Vogelhaus für die Fütterung der Tiere. Die Stahlstangen machen eine Umsetzung leicht.Markus Weisheit: „Bird‘s Bistro“. Runde Elemente in einem Grabstein löste der Steinmetz heraus und machte daraus ein Vogelhaus für die Fütterung der Tiere. Die Stahlstangen machen eine Umsetzung leicht.

Bildhauerei Siegfried Keller: „Das Lächeln“. Angeregt von einem Smiley schuf der Bildhauer die Skulptur aus den Sockeln zweier Grabsteine. Sie ist gedacht, um Gäste zu begrüßen.Bildhauerei Siegfried Keller: „Das Lächeln“. Angeregt von einem Smiley schuf der Bildhauer die Skulptur aus den Sockeln zweier Grabsteine. Sie ist gedacht, um Gäste zu begrüßen.

Bildhauerwerkstatt Lutterbeck: „Leezen - Stein“.Bildhauerwerkstatt Lutterbeck: „Leezen – Stein“.

Bildhauerei Siegfried Keller: „Weltkulturerbe Speyerer Dom“: ein Quader aus dem Abriss eines historischen Weinguts wurde gesichert und bildet nun dem Dom dreidimensional ab.Bildhauerei Siegfried Keller: „Weltkulturerbe Speyerer Dom“: ein Quader aus dem Abriss eines historischen Weinguts wurde gesichert und bildet nun dem Dom dreidimensional ab.

Steinbildhauer Stein: „Holes I, II, III“. Lochbilder in Stein aus einer alten Marmortischplatte beziehungsweise dem Rest eines Bodenbelags.Steinbildhauer Stein: „Holes I, II, III“. Lochbilder in Stein aus einer alten Marmortischplatte beziehungsweise dem Rest eines Bodenbelags.

Tanja Brahm, Natursteine Kaspers: „Wasser - Quelle des Lebens“. Ein runder Grabstein wurde durchschnitten und die beiden Hälften wurden zur der Brunnenform neu zusammengesetzt.Tanja Brahm, Natursteine Kaspers: „Wasser – Quelle des Lebens“. Ein runder Grabstein wurde durchschnitten und die beiden Hälften wurden zur der Brunnenform neu zusammengesetzt.
 

„CUBO Begegnungen“.„CUBO Begegnungen“.

(21.08.2023)